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Weg frei für Gedenkstätte Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock

Landschaftsverband füllt Millionenlücke

Schloß Holte-Stukenbrock

Die Abgeordneten im Landschaftsauschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) haben sich am Freitag für eine LWL-Beteiligung an der Stiftung „Gedenkstätte Stalag 326“ in Schloß Holte-Stukenbrock ausgesprochen.

Die Stelen auf dem Ehrenfriedhof listen die Namen und Daten der toten Kriegsgefangenen auf. Foto: Monika Schönfeld

Zusammen mit dem Land NRW, dem Förderverein, den Kreisen Lippe, Höxter und Herford, Minden-Lübbecke, Gütersloh, Paderborn sowie den Städten Schloß Holte-Stukenbrock und Bielefeld macht sich der LWL für die Neukonzeption der Gedenkstätte Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock stark, mit der eine erinnerungskulturelle Lücke geschlossen werden soll.

Nach dem Willen der LWL-Abgeordneten wird sich der LWL mit zehn Millionen Euro an den Investitionskosten beteiligen. Bund und Land tragen jeweils 25 Millionen Euro. Damit ist ein Neubau geplant, in dem Ausstellungsräume, Veranstaltungsräume, das Magazin, die Bibliothek, Lagerräume sowie die Büroräume der Verwaltung untergebracht sein sollen.

Der LWL-Anteil an den Betriebskosten könne bis zu 55 Prozent der jährlichen Betriebskosten betragen, so der Beschluss, was rund 3,1 Millionen Euro im Jahr bedeuten würde. Auch hier gilt der Vorbehalt, dass sich die Kommunen mit 25 und das Land NRW mit 20 Prozent beteiligen.

LWL-Direktor Matthias Löb

„Der Beschluss ist ein starkes Signal aus der gesamten Region Westfalen-Lippe. Der LWL stellt sich der Aufgabe, gemeinsam mit seinen Partnern das damalige Stalag zu einem nationalen Ort der Erinnerungskultur zu machen. Inhaltlich stehen die erschütternden Schicksale der sowjetischen Kriegsgefangenen, das Lager als Drehscheibe für Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg im Fokus und die Frage, wie die Themen in eine zeitgemäße Bildungsarbeit einfließen können“, sagte LWL-Direktor Matthias Löb.

Nach Auskunft von LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger soll so schnell wie möglich die Stiftung für die Gedenkstätte gegründet werden. Dann beginne ein „Vorlaufbetrieb“ mit intensiver Grundlagenforschung zur Geschichte des Stalags 326. Außerdem werde der Architekturwettbewerb für den Neubau initiiert.

Das Kriegsgefangenenlager Stalag 326 (VI K) war in den Jahren 1941 bis 1945 mit über 300.000 Menschen zentraler Bestandteil eines Lagersystems für überwiegend sowjetische Kriegsgefangene, das unter anderem den größten industriellen Ballungsraum Deutschlands – das Ruhrgebiet – mit Zwangsarbeitern versorgte. Gemessen an der Gesamtzahl der Gefangenen, die das Lager durchlaufen haben, war es das vermutlich größte im Deutschen Reich.

Erinnern und Gedenken

Die neukonzipierte Gedenkstätte möchte an Traditionen der zivilgesellschaftlichen Erinnerungs- und Gedenkkultur in der Region anknüpfen. 1996 richtete der wenige Jahre zuvor gegründete Förderverein „Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne“ mit Unterstützung von Kommune, Kreis und Land eine Dauerausstellung zur Geschichte des Stalag 326 in der ehemaligen Arrestbaracke auf dem historischen Gelände ein.

Bundespräsident Joachim Gauck (links) forderte 2015 zum 70. Jahrestag des Kriegsende mit dem Überlebenden Lev Frankfurt, das Schicksal der Kriegsgefangenen aus dem Erinnerungsschatten zu holen. Foto: Oliver Schwabe

Am 8. Mai 2015 forderte Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Rede aus Anlass des 70. Jahrestages des Kriegsendes auf dem Ehrenfriedhof, die sowjetischen Kriegsgefangenen aus dem „Erinnerungsschatten“ zu holen. Von Landtagspräsident André Kuper wurde ein überparteilicher und ebenenübergreifender Lenkungskreis aus Politikern, Interessenvertretern und Initiativen eingerichtet mit dem Ziel, die Gedenkstätte Stalag 326 zu einem Gedenkort von nationaler und internationaler Bedeutung zu entwickeln. Der LWL wurde mit der Umsetzung beauftragt. Im Herbst 2020 hatte er einen Förderantrag bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien eingereicht, der von der beratenden Expertenkommission positiv beschieden wurde.

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