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Bei der Landtagswahl NRW 2022 am 15. Mai sind 15 Prozent plus x das Ziel

Grüne in OWL starten in den Wahlkampf

Bielefeld

Die Location war wohl passend, das nasskalte Wetter eher nicht: Die Grünen in Ostwestfalen-Lippe  sind diesen Montag zwischen  Kälbchen, Strohballen und Milchwirtschaft auf Gut Wilhelmsdorf in Bielefeld-Eckardtsheim  offziell in ihren Wahlkampf gestartet.

Von Paul Edgar Fels

Kandidaten der Grünen in OWL auf Gut Wilhelmsdorf mit (v.l.) Norika Creuzmann, Christina Osei, Romy Mamerow, Benjamin Rauer, Wibke Brems, Marvin Reschinsky, Uta Lücking, Andrea Haack und Cim Kartal. Foto: Paul Edgar Fels

Die Ambitionen sind hoch gesteckt: "Wir wollen 15 Prozent plus x holen", sagte Ute Kozcy, Vorsitzende des Bezirksverbandes OWL, am Nachmittag bei der Vorstellung der Kandidaten. Dann könnten aus den bislang drei Landtagsabgeordneten der OWL-Grünen auch fünf oder mehr werden.

Eine Übersicht über alle Wahlkreise in OWL bei der Landtagswahl NRW 2022 gibt es hier.

Bisher werden die  Grünen in OWL von Sigrid Beer und  Matthi Bolte - die beide dieses Jahr nicht mehr antreten -   und Wibke Brems (41) im Landtag vertreten. Aussichtsreiche Listenplätze für den Einzug ins Parlament haben  aber auch:

  • die 56-jährige Sozialpädagogin Norika Creuzmann (Platz 14) aus dem Kreis Paderborn
  • die ebenfalls 56-jährige Accountmanagerin Christina Osei (Platz 21) aus Bielefeld
  • die 29-jährige Informatikerin Julia Eisentraut (Rang 35) im Wahlkreis Lippe I
  • der 39-jährige Sozialarbeiter Benjamin Rauer (Platz 32), der im Wahlkreis Minden-Lübbecke I antritt
  • sowie der 29-jährige Gewerkschaftssekretär Marvin Reschinsky (Platz 38), der im Wahlkreis Herford I antritt.
  • Knapper wird es wohl für den Gymnasiallehrer Burkhard Pohl (53 Jahre) auf Platz 44, der in Lippe II/Herford III antritt.
  • Uta Lücking (50 Jahre), Lehrerin aus dem Kreis Höxter, dürfte mit Platz 55 eher geringere Chancen auf ein Landtagsmandat haben,
  • ebenso Romy Mamerow (54 Jahre) aus Bielefeld/Gütersloh, die auf Listenplatz 63 steht,
  • Ulrich Möhl (46 Jahre) aus Paderborn auf Rang 64
  • und Andrea Haack (55) aus Herford auf Platz 89.
  • Ohne Listenplatz tritt im Wahlkreis Bielefeld II der Vertriebsmanager Cim Kartal an.

Immerhin: Auf der NRW-Liste der Grünen stehen bis Platz 65 zehn Frauen und Männer   aus OWL. Die Partei hat in der Region zuletzt weiter neue Mitglieder hinzugewonnen, wie Ute Kozcy betont,  und liegt jetzt bei 2997 Mitgliedern.

Überschattet wird der Wahlkampfauftakt vom Krieg in der Ukraine. "Die aktuelle Lage macht es uns nicht einfach, eine Wahlkampagne voller Freude zu starten", sagt Wibke Brems (41), die auf Listenplatz 7 sicher wieder in den Landtag kommen dürfte. Wichtiges Thema ist für die Grünen in der Region, die Energieversorgung von Kohle, Öl und Gas auf Sonne und Wind umzustellen. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien sei in den vergangenen Jahren zu langsam verlaufen. Nicht festlegen wollten sich die Grünen, wo sie in der Region noch Kapazitäten für Windräder sehen.

Norika Creuzmann sagte, ihr Thema sei der Schutz von Frauen und Kindern. Sie will sich für eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung der Frauenhäuser stark machen. Und mit Blick auf das Thema Umweltschutz betonte sie,  sich weiterhin für einen  Nationalpark Senne einsetzen zu wollen. "Das ist das wertvollste Stück Natur, das wir in NRW haben." Darüber hinaus wollen sich die Grünen auch in Düsseldorf dafür einsetzen,  den Öffentlichen Personennahverkehr gerade auch im eher ländlichen OWL zu stärken.

Gute Chancen für ein Landtagsmandat haben (von links) Christina Osei, Wibke Brems und Norika Creuzmann Foto: Paul Edgar Fels

Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2017 haben die Grünen 6,5 Prozent der Stimmen geholt und kamen damit auf 14 Landtagsabgeordnete.  Bei der Bundestagswahl im September 2021 erhielten sie 14,5 Prozent -  und genau daran wollen sich die Grünen im Land orientieren. Sollten sie 15 Prozent oder mehr holen, würde sich die Fraktion auf über 30 Abgeordnete mehr als verdoppeln.

Keine Aussage gab es zu möglichen Koalitionen mit CDU oder SPD. Wibke Brems: "Wir schließen nichts aus."

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