1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Leerstehendes Gebäude in Paderborn ausgebrannt: Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

  6. >

Feuerwehreinsatz in ehemaliger Kegelbahn an der Wollmarktstraße – Mann stellt sich und wird eingewiesen

Leerstehendes Gebäude in Paderborn ausgebrannt: Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Paderborn

In einer ehemaligen Kegelbahn in Paderborn hat es am Dienstagabend gebrannt. Anwohner wurden wegen des Rauchs gewarnt. Die Feuerwehr war mit rund 60 Einsatzkräften und zehn Fahrzeugen mehrere Stunden an der Wollmarktstraße im Einsatz. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung. Ein Mann stellte sich. Doch war er es auch?

Bearbeitet von Lars Rohrandt

Raucht zieht aus der ehemaligen Kegelbahn an der Wollmarktstraße. Die Bevölkerung wurde am Dienstagabend gewarnt. Foto: Feuerwehr Paderborn

In dem an den Bahngleisen gelegenen Gebäude, das zerstört wurde, hatte es bereits mehrfach gebrannt, zuletzt im November 2020. Seit vielen Jahren wird die Kegelbahn dort nicht mehr betrieben.

Durch den Brandrauch kam es im näheren Umfeld zu einer erheblichen Geruchsbelästigung, daher wurde eine Gefahreninformation zur Warnung der Bevölkerung herausgegeben. Anwohner in dem Bereich der Wollmarktstraße, Waldenburger Straße, Mälzer Straße und Sieghardt sollten zunächst in geschlossenen Räumen bleiben und die Fenster und Türen geschlossen halten. Nach einer knapp vierstündigen Einsatzzeit wurde Entwarnung für die Bevölkerung gegeben. Die Einsatzstelle wurde an eine Brandsicherheitswache übergeben.

Kripo geht von Brandstiftung aus

Ein Zeuge bemerkte gegen 20.40 Uhr Rauch aus Gebäude aufsteigen, wie die Polizei am Mittwochvormittag mitteilte. Er alarmierte die Feuerwehr. Noch während der Löscharbeiten meldete sich ein Mann bei den eingesetzten Polizisten und gab an, das Feuer gelegt zu haben. Aufgrund seines Zustands zog die Polizei das Ordnungsamt hinzu. „Nach einer ärztlichen Untersuchung wurde die Einweisung des 25-Jährigen in eine psychiatrische Klinik veranlasst“, führte Polizeisprecher Michael Biermann weiter aus.

Die Polizei beschlagnahmte die Brandstelle. Der Wert des zerstörten Gebäudes ist derzeit nicht bekannt. Der Ort war den Angaben zufolge augenscheinlich von Drogenkonsumenten aufgesucht worden und diente Obdachlosen als gelegentliche Unterkunft. Nach ersten Untersuchungen am Brandort geht die Kripo von Brandstiftung als Brandursache aus. Biermann: „Die Beteiligung des eingewiesen Tatverdächtigen ist Bestandteil der laufenden Ermittlungen.“

Schwierige Löscharbeiten: Radlader reißt Mauer ein

Viel Rauch an der Vorderseite des Gebäudes, Flammen im Gebäude: Als die Feuerwehr Paderborn eintraf, war zunächst unklar, ob sich Personen im Gebäude aufhielten. Daher setzte die Feuerwehr zunächst einen Trupp unter Atemschutz im Gebäude ein. Zeitgleich wurde der Brand von außen gekämpft. Auch eine Drehleiter wurde eingesetzt und weitere Feuerwehreinheiten angefordert.

„Aufgrund der hohen Temperaturen musste der eingeleitete Innenangriff jedoch nach kurzer Zeit abgebrochen werden“, berichtete Brandamtmann Sebastian Ewen am frühen Mittwochmorgen. „Erst durch die Schaffung zusätzlicher Abluftöffnungen und den Einsatz von Hochleistungslüftern gelang es die Temperaturen im Gebäude herabzusenken und die schlechten Sichtverhältnisse durch den Rauch im Gebäude deutlich zu verbessern.“

Wegen der Hitze hatte der Einsturz der Decke im Brandraum gedroht. Daher wurde das Technische Hilfswerk des Ortsvereins Paderborn mit einem Fachberater und schwerem Räumgerät hinzugezogen. Durch den Einsatz eines Radladers wurde eine Gebäudeaußenwand geöffnet. So konnte der Brandherd gezielt mit Löschschaum von außen bekämpft werden.

Vor Ort waren die hauptamtlichen Einsatzkräfte der Wachen Nord und Süd gemeinsam mit den ehrenamtlichen Kräften der Löschzuge Stadtmitte und Stadtheide tätig, unter anderem mit sechs Löschfahrzeugen und zwei Drehleitern. Die verwaisten Feuerwachen Nord und Süd wurden durch ehrenamtliche Kräfte der Löschzüge Wewer und Marienloh besetzt. Diese rückten während des Einsatzes an der Wollmarktstraße noch zu einem ausgelösten Heimrauchmelder an der Schulstraße aus. Als Auslöser wurde dort angebranntes Essen in einem Backofen ausfindig gemacht. Die Feuerwehr lüftete die verrauchte Wohnung.

Startseite
ANZEIGE