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Bundeswehr hat zwei neue Dienstgrade eingeführt: Korporal und Stabskorporal – erste Beförderungen

Leistung soll sich für Soldaten lohnen

Holzminden/Höxter

Die Bundeswehr hat zwei neue Dienstgrade eingeführt: Korporal und Stabskorporal. Leistung in der Mannschaftslaufbahn soll sich wieder stärker – vor allem auch sichtbar – lohnen.

Mit den Dienstgraden Korporal und Stabskorporal wurden neue Spitzendienstgrade in der Mannschaftslaufbahn eingeführt. Foto: Bundeswehr

Oberstabsgefreiter René-Mike Wohlt aus der 3. Kompanie des Panzerpionierbataillons 1 in Holzminden ist als einer der ersten Soldaten in ganz Deutschland und in den Bundeswehrstandorten der Region nach einem Auswahlverfahren zum Korporal befördert worden. Der zweifache Familienvater wollte mehr Verantwortung übernehmen – die Ernennungen erfolgen dann nach dem Prinzip der Bestenauswahl. Das berichtet die Bundeswehr.

Für Wohlt und weitere drei bewährte, leistungsstarke Mannschaftssoldaten hieß es jetzt in Holzminden: Antreten zur offiziellen Beförderung zum Korporal. Nicht nur für Oberstleutnant Stephan Meister, Kommandeur des Panzerpionierbataillons 1, war dies ein besonderer Tag. Für Multitalent René-Mike Wohlt geht mit dem neuen Dienstgrad ein beruflicher Traum in Erfüllung. 100 Holzmindener Panzerpioniere traten an einem grauen Morgen in der Pionier-Kaserne am Solling zum Appell an. Alle vier Kompanien stellten kleine Abordnungen, an ein großes Antreten des Bataillons war aufgrund der aktuellen Pandemielage nicht zu denken. Für Oberstleutnant Stephan Meister, Kommandeur des Kampfunterstützungsverbandes aus Südniedersachsen, kam es trotzdem darauf an, einen würdigen Rahmen für diesen besonderen Moment zu schaffen.

René-Mike Wohlt aus der 3. Panzerpionierkompanie (45) ist Bediener eines Fahrzeugkrans und gilt als einer der Spezialisten im Verband, die sich auch im Dienstgrad nun von ihren Kameradinnen und Kameraden sichtbar unterscheiden. Darauf zielt der „Sprung“ bei den Mannschaften.

Mit Blick auf die Steigerung der Attraktivität des Dienstes und die Neuausrichtung der Laufbahn der Mannschaften gilt für Stephan Meister die Beförderung zum Korporal ein „attraktiver Moment“. „Es bestand Handlungsbedarf, da Mannschaftssoldaten heute deutlich länger in den Streitkräften dienen als früher“, erklärte der Kommandeur. Die Soldaten blieben jahrelang ohne Beförderung.

„Wir wählen die leistungsstärksten Soldatinnen und Soldaten aus, die Verantwortung übernehmen“, macht Meister deutlich. Bei den Holzmindener Panzerpionieren sind aktuell 15 Dienstposten mit der Beförderungsmöglichkeit zum Korporal ausgeschrieben. Zukünftig werden 22 Soldatinnen und Soldaten die Möglichkeit haben, durch das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr in Köln für eine Beförderung zum Korporal ausgewählt zu werden.

René-Mike Wohlt ist nicht der einzige Spezialist, der in Holzminden die ersehnte Beförderungsurkunde in Empfang nehmen darf. Seine drei Kameraden aus den Nachbarkompanien fahren und bedienen den Brückenlegepanzer Biber oder den Bergepanzer im Instandsetzungszug des Bataillons. Kurz nach dem Appell in der Pionierkaserne und nach zahlreichen Glückwünschen seiner Vorgesetzten und Kameraden steht der frisch beförderte Korporal Wohlt vor dem Kompaniegebäude der „Dritten“. „Und? Wie fühlt sich das an?“, wird der erfahrene Mannschaftssoldat gefragt. Die druckfrische Beförderungsurkunde in den Händen hat der Panzerpionier aus Holzminden sofort eine Antwort parat: „Etwas ungewohnt ist es schon. Es wird wohl eine Zeit brauchen, bis ich mich wieder korrekt am Telefon melde“, gibt René-Mike Wohlt zu. In Höxter beim ABC-Abwehrbataillon 7 wird es sicher auch bald Korporale geben.

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