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Wegen Picknick-Konzerten zu Libori light wird ein Teil des Paderquellgebiets abgeschottet

Libori-Zaun: Das steckt dahinter

Paderborn

„Nanu? Was ist denn da los?“ – Ziemlich ratlos stehen die beiden Frauen vor der Stadtverwaltung und blicken auf die Absperrgitter, die mit schwarzen Planen blickdicht abgehängt sind. Und nicht nur der freie Blick auf Paderborns „grüne Lunge“ ist versperrt, Passanten müssen während der neuntägigen Libori-light-Feierlichkeiten auch einen kleinen Umweg einplanen, da auch die Treppen im abgeschotteten Bereich liegen.

Von Jörn Hannemann

Ungewohnter Anblick: Bauzäune verhindern den Blick und zum Teil auch den Weg ins Paderquellgebiet. Foto: Jörn Hannemann

Die Stadt bittet um Verständnis für die Maßnahme: „Dass das kein Hingucker ist, ist uns auch klar, aber das sind im Moment die Bedingungen, um möglichst viel Libori möglich zu machen“, betont Pressesprecher Jens Reinhardt. Hinter dem Zaun liegt die Fläche für die geplanten Picknick-Konzerte. 15 Auftritte sind an jedem Abend zu Libori light geplant mit Künstlern wie Klaus Lage, Matthias Lüke, Purple Schulz Duo und Wildes Holz. Zugelassen sind jeweils bis zu 540 Besucher, die Eintritt zahlen müssen und dafür entspannt auf Picknickdecken Platz nehmen dürfen.

„Die Decken sind mit entsprechend Abstand auf dem Gelände verteilt. Was dem zuwider laufen würde, wären Schaulustige, die sich am Zaun versammeln und dort ohne Einhaltung der Corona-Regeln dem Konzert beiwohnen. Deshalb auch der Sichtschutz“, betont Reinhardt auf Nachfrage dieser Zeitung. Das Interesse sei auch groß: So ist das Klaus-Lage-Konzert am kommenden Sonntag bereits seit längerem ausverkauft.

Kein freier Zugang zum Paderquellgebiet, und dann noch ausgerechnet noch zu Libori, das schmeckt jedoch nicht jedem. Ein Gastronom, der ungenannt bleiben möchte, klagte, dass bereits eine größere Gruppe an Gästen, die eine Reservierung hatte, das Lokal sofort wieder verließ, weil sie die Aussicht „als Zumutung“ empfanden.

Anne Ewers, Inhaberin des angrenzenden Galerie-Hotels, sieht das ganz anders: „Die Zäune sind zugegeben nicht schön, aber ich habe volles Verständnis für das Handeln der Stadt. Das ist ja auch nur für ein paar Tage.“ Die Stadt sei den vom langen Corona-Lockdown arg gebeutelten Gastronomen zu Hilfe gekommen und habe Mietgebühren für die Außenflächen erlassen – und die dürfen sie auch während der Picknick-Konzerte weiter nutzen. Der Zaun führt jetzt drumherum. Das ist doch ein Kompromiss.“

Die Betreiber des Restaurants PS haben sich auch mit der Situation arrangiert und reagierten schnell, um das Beste aus der Situation zu machen. Ihre Idee: Kurzfristig bestellten sie Banner, 3,50 mal 1,70 Meter groß, mit Fotos von griechischen Inseln, die nun mit Erlaubnis vor die Zäune am Lokal gehängt werden sollen.

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