24-Jähriger lebt mit 14-jährigem Mädchen in einer Wohnung – Schülerin zwei Wochen gefangen gehalten

Liebesnest wird zum Gefängnis

Holzminden

Dramatisches Ende einer kurzen Liebschaft: Weil ein 24-jähriger Holzmindener seine 14-jährige „Freundin“ zwei Woche in seiner Wohnung eingesperrt hat, muss er jetzt mit einem Verfahren wegen Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung rechnen.

Von Michael Robrecht

In diesem Haus (Altendorfer Straße) ist die 14-Jährige von ihrem 24-jährigen „Freund“ gefangen gehalten worden. Foto: Michael Robrecht

„So etwas wird nicht unter einem Jahr Haft bestraft“, sagte Erste Staatsanwältin Christina Wotschke aus Hildesheim am Freitag. Die Schülerin hat Holzminden inzwischen – nach den Untersuchungen ihrer Verletzungen im Krankenhaus – mit ihrer Mutter verlassen und ist nach Kassel zurückgekehrt.

Am Mittwochabend wurde bei der Polizei Holzminden durch die Mutter bekannt, dass das Mädchen gegen ihren Willen in Holzminden festgehalten werde. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen führten im Laufe der Nacht zur Überprüfung diverser Kontaktanschriften im Stadtgebiet von Holzminden. Letztendlich konnte das 14-jährige Mädchen in einer Wohnung in der Altendorfer Straße befreit werden.

Eltern dulden Aufenthalt in Holzminden

Staatsanwältin Wotschke berichtete, dass die 14-Jährige mit dem zehn Jahre älteren Mann eine Beziehung hatte und – sogar mit Duldung der Eltern – bei dem 24-Jährigen freiwillig lebte. Irgendwann sei es zum Streit gekommen, der Mann verschloss die Wohnungstür und nahm den Schlüssel immer an sich. Es sei auch zu Gewalttaten gekommen. Die Schülerin hatte Schnittverletzungen am Bein, so die Juristin aus Hildesheim.

Der 24-Jährige ist bei der Polizei kein Unbekannter. Wo er bei der Fahndung lebte, war aber nicht bekannt. Er stand zum Zeitpunkt der Festnahme unter Drogeneinfluss. Darüber hinaus wurden in der Wohnung des Täters diverse Betäubungsmittel sowie Gegenstände, die aus Straftaten stammen könnten, festgestellt.

Gegenstände aus Straftaten gefunden

Die 14-Jährige kannte den Mann wohl von einem Aufenthalt in einer Einrichtung in Holzminden. Viele wundern sich darüber, dass die Kasseler Eltern der 14-Jährigen ihrer Tochter den Holzminden-Aufenthalt, trotz Schulpflicht, gestattet hatten.

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