1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Linke: „Verkehrsversuch auf voller Länge“

  6. >

Harald Korten will Herforder Teststrecke bis zur Jahnstraße – Gutachter warnen, Autoverkehr könnte dort „kollabieren“

Linke: „Verkehrsversuch auf voller Länge“

Herford

Die Partei Die Linke möchte den geplanten Verkehrsversuch auf der Mindener Straße nicht nur für ein Teilstück, sondern für die gesamte Länge der Straße. Ab Frühjahr 2022 möchte die Stadt die Fahrspuren für den Kfz-Verkehr von heute vier auf dann zwei reduzieren. Die beiden rechten Spuren sollen für eine Testzeit von mindestens einem Jahr als Radwege ausgewiesen werden.

Zwischen der Kreuzung Hansa-/Bismarckstraße bis zur Umgehungsstraße sollen auf der Mindener Straße die rechten Fahrspuren ab Frühjahr 2022 Radfahrern vorbehalten sein. Foto: Moritz Winde

„Die Probephase mache nur Sinn, wenn die gesamte Mindener Straße zur Hälfte Radweg werde. „Die Bürgerinnen und Bürger kann man nur motivieren, mehr das Rad zu nutzen, wenn sie auch auf dem ganzen Weg sicher sind“, erklärt Harald Korten, sachkundiger Bürger im Verkehrsausschuss.

Gutachter empfehlen, zunächst im Teilstück von der Umgehungsstraße bis zur Kreuzung Hansa-/Bismarckstraße den Autoverkehr in je eine Richtung fließen zu lassen. In diesem Abschnitt handelt es sich um eine kommunale Straße. Das folgende Teilstück von der Kreuzung Hansa-/Bismarckstraße bis zur Jahnstraße (Lübbertorbrücke) ist eine Landesstraße. Hier müsste die Stadt zunächst eine Absprache mit Straßen.NRW treffen, ehe die Fahrspuren für Autos verringert werden könnten. Außerdem warnen die Gutachter davor, auch in diesem Teilstück Radwege in beide Richtungen anzulegen. Dann würde der Autoverkehr „kollabieren“, heißt es. Für die Linke geht es um weit mehr als eine Radspur, so Korte. „Wir wollen eine Verkehrswende, die alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt. Entscheidend ist, dass wir mehr Bürger motivieren, weniger mit dem Auto zu fahren und stattdessen den ÖPNV und das Rad zu nutzen.“

Dafür benötige Herford ein sicheres Radwegenetz und ein besseres ÖPNV-Angebot. Letztlich werde der Verkehrsausschuss am 21. September zwischen mehr Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger oder 40 Sekunden kürzere Wartezeiten für Autofahrer entscheiden müssen.

Nicht nachvollziehbar sind für Korte die Bedenken der CDU. „Wer die Situation an der Mindener Straße kennt, weiß, dass dringend mehr Verkehrssicherheit und damit auch mehr Platz für Radwege notwendig ist.“

Startseite