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Marienmünsteraner Holzbauunternehmen stellt sich der dem demografischen Wandel und gewinnt junge Menschen für sich

„Man muss sich bei den Bewerbern bewerben“

Marienmünster

Der Fachkräftemangel und der demografische Wandel sind eine große Herausforderung für Unternehmen in der heutigen Zeit. Die Corona-Krise macht die Akquise von Nachwuchskräften nicht einfacher.

Foto: Hecker

„Und doch kann man auch in diesen Zeiten bei der Azubi-Suche erfolgreich sein“, sagt das Marienmünsteraner Unternehmen Hecker System Holzbau, das im August trotz Corona-Pandemie drei Auszubildende zum Zimmerer einstellt. Damit qualifiziert sich das Unternehmen nicht nur für eine Ausbildungsprämie im Rahmen des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“, sondern kämpft damit auch gegen den Fachkräftemangel an. „Unser Durchschnittsalter im Betrieb würde ich auf knapp unter 40 Jahre schätzen. Einen Fachkräftemangel gibt es jetzt schon und der wird sich noch verstärken. Und dem können wir am besten mit Ausbildung im eigenen Haus entgegenwirken“, sagt Andrea Hecker, die sich im Familienbetrieb um die Akquise von Nachwuchskräften kümmert und bei allen Aktionen, die es in der Region gibt, mitgemacht hat – Boys- und Girlsday, Tag der offenen Betriebstür, reguläre Schulpraktika oder die Ausbildungsmesse STEP1.

Ina Mischewski, Vermittlerin im gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Kreis Höxter, berichtet, dass die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe auch während der Corona-Krise weiterhin hoch sei. Mit Stand Ende April gab es im gesamten Hochstift noch 1.467 offene Ausbildungsstellen: „Damit sind wir ungefähr auf dem Vorjahresniveau.“

Fachkräftemangel in den Köpfen angekommen

Der Fachkräftemangel sei in den Köpfen angekommen. Doch bei der Bewerber-Akquise sei das Umdenken der Arbeitgeber noch nicht komplett abgeschlossen: „Heutzutage muss man sich um die Bewerber bewerben, sich als Unternehmen interessant machen. Viele Unternehmen haben das erkannt, aber bei weitem noch nicht alle.“

Andrea Hecker rät anderen Unternehmen, sich sichtbar zu machen. „Es gibt immer interessierte Jugendliche, man muss sich nur auch als Unternehmen präsentieren. Dabei sind Praktika ganz wichtig. Und ja, manchmal investiert man Zeit und Personal und am Ende geht der Jugendliche nach dem Praktikum zurück in die Schule und weiß, dass er auf keinen Fall in diesem Beruf arbeiten will. Aber auch das ist eine wertvolle Erkenntnis für beide Seiten.“

Nicht zuletzt können Unternehmen, die ihr Ausbildungsniveau in diesem Jahr halten oder sogar steigern können, unter bestimmten Voraussetzungen die Ausbildungsprämie ausgezahlt bekommen. Darauf weist Ina Mischewski noch einmal ausdrücklich hin.

Ausbildungsstellen gesucht

Unternehmen, die noch Ausbildungsstellen ausschreiben oder sich über die Ausbildungsprämie informieren möchten, können sich unter Telefon 0800/4555520 oder hoexter.arbeitgeber@arbeitsagentur.de an den lokalen Arbeitgeber-Service wenden. Und Jugendliche, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind oder weitere Perspektiven für die Zeit nach ihrem Schulabschluss suchen, können sich bei der Berufsberatung telefonisch unter 05251 120 301 oder per Mail unter Hoexter.Jugendberufsagentur@arbeitsagentur.de melden.

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