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Radio Hochstift beschert Mitarbeitern von Pflegeheimen und Krankenhaus kurze Auszeit vom „Corona-Wahnsinn“

Matze Knop dankt Pandemie-Helden

Paderborn

Seit über zwei Jahren arbeiten Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeheimen am Limit – und darüber hinaus. Mit der Aktion „Das Hochstift sagt Danke!“ und Auftritten von mehreren Künstlern ehrte Radio Hochstift jetzt viele Pandemie-Helden für ihren unermüdlichen Einsatz und dafür, dass sie trotz der historischen Herausforderung alles am Laufen hielten und halten.

Von Jörn Hannemann

„Da machste Augen!“ Comedian Matze Knop (Vorne) kam im Rahmen der Dankes-Aktion von Radio Hochstift ins Paderborner Perthes-Seniorenzentrum, wo ihn (von links) Nicole Zobe (Sozialdienst), Ulrike Müller (Pflegedienstleitung) und Radio-Hochstift-Redakteur Tobias Fenneker begrüßten. Foto: Jörn Hannemann

Künstler spielen ohne Honorar

Im gesamten Hochstift besuchten am Dienstag Musiker, Comedians und andere Persönlichkeiten ausgewählte Einrichtungen. Etwa eine halbe Stunde präsentierten sie kostenlos ein Kurzprogramm ihrer Shows und gönnten den Mitarbeitern so eine kleine Auszeit, in der sie den täglichen Corona-Wahnsinn ausblenden konnten, wie Radio-Hochstift-Redakteur Tobias Fenneker betonte. „Zu Beginn unserer Planung haben wir zunächst mit den Einrichtungen gesprochen, ob sie das überhaupt wollen. Anschließend wurden wir mit ‚Bewerbungen‘ überrannt.“ Sämtliche Künstlerinnen und Künstler hätten sich sofort bereit erklärt, mitzumachen und spielten ohne Honorar.

Von Poetry-Slam bis Goodbeats

Die Bandbreite reichte dabei von heimischen Musikern wie der Blechwerkstatt über Poetry-Slammerin Sarah Lau bis hin zu Magier und Mentalist David Wedegärtner. Die Paderborner Band Goodbeats stoppten mit ihrem Konzerttaxi am Vincenz-Krankenhaus und spielte im Innenhof. „Von allen vier Seiten auf fast allen Etagen schauten Mitarbeiter und auch Patienten zu. Alle waren begeistert!“, berichtet Pressesprecherin Charlotte Hoppe.

Besonderer Tag für das Perthes-Haus

Ein besonderer Tag war es auch speziell für das Per­thes-Haus. Das Seniorenheim an der Neuhäuser Straße war besonders stark von der Pandemie während der ersten Welle betroffen – und musste sogar neun Todesfälle unter den Bewohnern verkraften. Neben Bewohnern wurden auch viele Mitarbeiter positiv getestet. „Eine ganz schlimme Zeit für uns alle“, erinnert sich Nicole Zobe vom Sozialdienst der Einrichtung. Das sei auch an den etwa 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht spurlos vorbei gegangen, die sich aktuell um 60 Bewohner kümmern.

Kurz vor Beginn der Auftritts: Matze Knop witzelt mit Pflegefachkraft Alexander Katt. Foto: Jörn Hannemann

„Es gibt wohl kaum eine Einrichtung, die eine solche kurze Auszeit vom Alltags-Stress so verdient hat wie das Perthes-Haus“, meinte auch Tobias Fenneker. Ulrike Müller von der Pflegedienstleitung freute sich, dass ihr Haus bei der Aktion ausgewählt worden wurde: „Es zeigt, dass man nicht vergessen wird!“ Der tägliche Kampf gegen das Coronavirus werde schließlich täglich aufs Neue geführt. „Das geht bei vielen natürlich an die Substanz. Da hilft so ein Zeichen der Wertschätzung schon sehr.“ Aber auch seitens der Nachbarschaft hätte die Belegschaft viel Zuspruch erhalten, auch Nachbarheime hätten spontan ihre Hilfe angeboten.

Auch für Matze Knop, der durch seine Paraderolle als „Supa Richie“ berühmt wurde, war es ein denkwürdiger Auftritt – und er fand ungewohnt ernste Töne zur Begrüßung: „Wenn es für alle enger wird, sollte man symbolisch zusammenrücken und zusammenhalten“. Dafür habe er auch die Matze-Knop-Stiftung gegründet, die hilfsbedürftige Kinder in seiner westfälischen Heimatregion unterstützt. „Als die Anfrage kam, habe ich gleich gesagt: Geile Aktion – da bin ich dabei!“

Kurz darauf imitierte der Comedian wieder – so wie man ihn kennt – etliche Prominente und Stars wie Lothar Matthäus, Dieter Bohlen und Jogi Löw und flapste über Homeoffice und Gender-Wahnsinn: „Muss ich jetzt eigentlich sagen: Lieber Gast und liebe Gastritis?“ Da mussten fast alle schmunzeln – und Corona war zumindest für diesen Moment fast vergessen.

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