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Freundeskreis Krankenhaus Lübbecke meldet sich zu Wort

„Medizinische Leistung wichtiger als Standort“

Lübbecke

In die Diskussion um einen neuen Krankenhaus-Standort im Altkreis Lübbecke meldet sich jetzt auch der Freundeskreis des Krankenhauses Lübbecke zu Wort und lenkt den Blick auf die Wichtigkeit des medizinischen Angebots für die Lübbecker Bevölkerung.

Das Lübbecker Krankenhaus spielt für die medizinische Versorgung in der Region eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das Leistungsspektrum darf an einem neuen Standort nicht leiden, meint der Freundeskreis. Foto: Friederike Niemeyer

„Für den Freundeskreis ist die ortsnahe medizinische Versorgung oberstes Gebot“, betont der Vorstand des Vereins mit Dr. Axel Gärtner, Karin von Behren-Rolfs, Ursula Kühn, Michael Hafner, Ute Büsching, Elke Weymann und der ersten Vorsitzenden Ingeborg Renz. So sei es auch in der Vereinssatzung niedergelegt, wonach sich der Verein insbesondere für die Aufrechterhaltung der ortsnahen Patientenversorgung und den Erhalt des medizinischen Leistungsspektrums einsetzt. „Nur wenn die aktuelle Planung diese Vorgaben berücksichtigt, kann auch der Freundeskreis das Konzept befürworten“, so der Vorstand.

Ingeborg Renz ist Vorsitzende des Freundeskreises Krankenhaus Lübbecke. Foto: Arndt Hoppe

Weiter heißt es in der Erklärung, dass derzeit noch „vieles im Fluss“ sei. Auch seien die Menschen zum Teil verunsichert, ob durch den vom Beratungsunternehmen Lohfert & Lohfert favorisierten Vorschlag des Neubaus einer zentralen Klinik die ortsnahe medizinische Versorgung ohne Einschränkung des aktuellen Leistungsspektrums weiter gewährleistet sei.

Sehr deutlich heißt es: „Für den Vorstand des Freundeskreises ist letztlich nicht die Frage des Standorts von entscheidender Bedeutung, sondern die Sicherstellung der Patientenversorgung und des Leistungsspektrums.“ Ob die für eine Sanierung des Krankenhauses Lübbecke veranschlagten Kosten von 130 Millionen Euro realistisch seien – ein wichtiger Grund für die Entscheidung zugunsten eines Neubaus – könne der Freundeskreis nicht beurteilen. „Dies ist Aufgabe der Fachleute.“

Noch kein Meinungsbild der Mitglieder

Der Freundeskreis müsse sich auch auf die Fachleute und die Geschäftsführung der Mühlenkreiskliniken verlassen, wenn es um den vorgetragenen Handlungsdruck gehe. Demnach scheine es sicher zu sein, dass ein „Weiter so“ nicht möglich sei, „wenn man die Zukunft der stationären medizinischen Versorgung durch die in kommunaler Trägerschaft stehenden Mühlenkreiskliniken auch im Altkreis Lübbecke gewährleisten will“. Die anstehenden Veränderungen im Gesundheitsbereich (etwa neuer Krankenhausplan, Fachkräftemangel und Kostendruck) scheinen ein schnelles Handeln erforderlich zu machen, so jedenfalls Lohfert & Lohfert.

Wegen der Corona-Pandemie habe es beim Freundeskreis bislang keine Mitgliederversammlung geben können und damit auch keine breite Diskussion sowie Erfassung eines Meinungsspektrums unter den Mitgliedern. Für Mai sei nun eine Versammlung geplant. „Bis dahin wird es sicherlich weitere Erkenntnisse geben“, so der Vorstand.

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