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Investitionsbedarf dürfte bei einer halben Milliarde liegen

Mehr Fördermittel?

Lübbecke/Rahden

Trotz des ausführlich im Kreistag vorgetragenen Gutachtens zur Zukunft der Mühlenkreiskliniken gibt es offene Fragen.

Von Friederike Niemeyer

Dr. Axel Kaiser präsentiert die Szenarien. Foto: Arndt Hoppe

Dass sich nicht nur die Gutachter eindeutig für das zwei Neubauten umfassende Szenario 1 ausgesprochen haben sondern auch der Vorstand der Mühlenkreiskliniken (MKK), heißt noch nicht, dass es auch so kommen wird. Das letzte Wort zum Medizinkonzept hat der Verwaltungsrat, der aus Mitgliedern des Kreistags besteht – also die Politik.

Gesamtinvestition eine halbe Milliarde Euro

Sechs Wochen, bis Ende Oktober, ist Zeit, dass sich die Kreispolitik eine Meinung bildet, denn spätestens am 15. November muss der Förderantrag an das Land NRW gehen, sonst sind die ins Auge gefassten 210 Millionen Euro Bauförderung aus dem Bundesstrukturfonds II passé. Dieses Geld sollte den 280 Millionen Euro teuren Bad Oeynhausener Neubau ermöglichen. Dieser soll nun mit 250 statt der ursprünglich geplanten 350 Betten deutlich kleiner ausfallen. Eine andere Planungssumme wollte Vorstandschef Dr. Olaf Bornemeier aber noch nicht nennen – wohl wissend wie schwierig derzeit Prognosen auf dem Bausektor sind.

Entsprechend gibt es auch noch keine Schätzung für das ebenfalls angedachte neue Krankenhaus im Altkreis Lübbecke: Aber bei identischer Bettenzahl von 250 dürfte sich eine ähnliche Summe und eine Gesamtinvestition von wohl mehr als einer halben Milliarde Euro ergeben. Diese Summe stand übrigens auch schon im Raum, als neben einem Neubau in Bad Oeynhausen vor allem Sanierungen an den anderen Standorten diskutiert wurden.

Sicherstellungszuschläge?

Die Planer stellten in Aussicht, dass für solch eine umfassende Neustrukturierung des Konzerns auch noch mehr Fördermittel fließen könnten. Zudem sei ein einziges Krankenhaus im Altkreis Lübbecke für die Krankenhausplanung in NRW sozusagen unantastbar und könnte aufgrund seiner hohen Versorgungsrelevanz mit „Sicherstellungszuschlägen“ im Bedarfsfall rechnen, so Dr. Axel Kaiser.

Zwei Neubauten: Die MKK-Vorstände halten dieses Szenario für wirtschaftlich und zukunftsfähig. Auch die von den Experten gemachten Vorschläge zur Nachnutzung in Rahden halten sie für realistisch. „Wir haben Anfragen aus dem niedergelassenen Bereich, dort tätig zu werden“, sagte Dr. Olaf Bornemeier, der aber betonte, die Mühlenkreiskliniken wollten sich keineswegs aus Rahden zurückziehen. So wolle der Konzern etwa in der Kurzzeitpflege selbst aktiv werden, um die Übergänge von stationärer in ambulante Behandlung zu verbessern. Medizinvorstand Dr. Jörg Noetzel sprach von dem Modell Gesundheitscampus, das auch schon andernorts Fachärzte, therapeutische Praxen und stationäre Einrichtungen versammle.

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