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Neuer Beirat für Menschen mit Behinderung in Lübbecke gewählt

Mehr ins Bewusstsein kommen

Lübbecke

Ein Jahr nach der Kommunalwahl ist nun ein neuer Behindertenbeirat der Stadt Lübbecke gewählt worden. Bis jetzt hatte man – bedingt durch die Corona-Pandemie – den alten Beirat beibehalten.

Der neue Behindertenbeirat (von links): Kai Lühr, Peter Küster, Thomas Howarde, Beate Heinrich, Martin Schmidt, Thomas Benthin, Ilona Steinmeier, Ute Bokämper Foto: Westerkamp

Insgesamt 19 Delegierte nahmen an der Wahl teil, 13 von ihnen waren bereit, sich in den Beirat wählen zu lassen. Die wahlberechtigten Delegierten gehen auf Vorschläge von Behinderteneinrichtungen zurück: Blinden- und Sehbehindertenverein, Wittekindshof, Lebenshilfe Lübbecke, Club 74, Rheumaliga, Verein BSG und MS-Selbsthilfegruppe. Drei Delegierte sind von Bürgern vorgeschlagen worden. Mindestens sechs der neun Mitglieder müssen selbst einen Grad der Behinderung von 50 oder mehr („Schwerbehinderung“) haben.

Vorsitz noch nicht gewählt

Nach der Wahl steht nun der neue Behindertenbeirat mit folgenden Mitgliedern fest: Ilona Steinmeier, Thomas Howarde, Ute Bokämper, Thomas Benthin, Beate Heinrich, Kai Lühr, Martin Schmidt, Karin Wiegmann und Peter Küster. Außerdem sind folgende Personen Ersatzmitglieder: Christian Blohm, Andrea Schumann, Maren Gäbe und Heike Machatschek. Ein Beiratsvorsitzender sowie dessen Stellvertreter werden auf der konstituierenden Sitzung gewählt, die so bald wie möglich stattfinden soll.

Was die neuen Mitglieder nun verändern wollen? Da gibt es verschiedene Ziele. Einer will sich besonders für die Chancen von Behinderten im Arbeitsmarkt einsetzen. Andere wollen sich noch mehr für die Interessen Psychisch-Erkrankter oder für Barrierefreiheit einbringen. Klar ist: „Für uns Behinderte ist noch ganz viel Luft nach oben in Lübbecke.“

Wichtige Aufgabe – parteipolitisch unabhängig

Martin Schmidt, Vorsitzender des Sportvereins BSG, erklärte: „Ganz allgemein ist es ja die Aufgabe des Behindertenbeirats, vermehrt auf die Interessen der Behinderten hinzuweisen. Wir wollen mehr ins Bewusstsein der Lübbecker kommen und in den wichtigen Gremien mitwirken.“

Karin Wiegmann von der MS-Selbsthilfegruppe: „Der Behindertenbeirat ist für die Interessen aller Behinderter da, egal welcher Art. Wir müssen gut zusammenarbeiten. Deshalb ist es auch wichtig, parteipolitisch unabhängig zu sein.“ Sie selbst ist als eine von drei Mitgliedern zum zweiten Mal in den Behindertenbeirat gewählt worden – 2018 wurde dieser erstmals eingeführt. Seitdem habe Wiegmann sich unter anderem für mehr Bänke in der Stadt eingesetzt. „Seit vier Wochen sitze ich jetzt im Rollstuhl. Dadurch bekomme ich noch mal eine ganz neue Perspektive, die ich mit in die Beiratsarbeit bringen will“, sagt sie. Ihr erster Eindruck als Rollstuhlfahrerin: „Außer bei Steigungen komme ich in Lübbecke gut zurecht.“

Und Ilona Steinmeier (Vorsitzende Blinden- und Sehbehindertenverein) fasst zusammen: „Es gibt immer noch was zu verbessern, 100 Prozent erreicht man nie. Aber wir geben alles dafür, darauf zuzugehen.“

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