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Lothar Wienböker (BfH) kritisiert Zusammensetzung des Herforder Gremiums, das über den neuen Marta-Leiter berät

„Mehrheitlich mit SPD-Mitgliedern besetzt“

Herford

Nur ein Vertreter der kleineren Fraktionen des Herforder Stadtrats darf im beratenden Gremium sitzen, das an dem Auswahlverfahren für die Nachfolge von Roland Nachtigäller als Marta-Direktor beteiligt ist. In diesem Ratsbeschluss von Freitag sieht Lothar Wienböker eine vertane Chance.

Als weder ausgewogen noch transparent wird das Vorgehen zur Beratung über einen neuen Leiter des Museums Marta in Herford von Lothar Wienböker kritisiert. Foto: Moritz Winde

Für viele Jahre saß Lothar Wienböker im Herforder Rat. Zunächst für die FDP, später für die Wählergemeinschaft Bürger für Herford (BfH). Dem neuen Rat gehört er nicht mehr an, ist allerdings für die BfH noch als sachkundiger Bürger aktiv.

In einer Stellungnahme schreibt er: „

Die Ratsmitglieder der CDU und der SPD haben den Antrag der übrigen Fraktionen abgelehnt, Transparenz bei der Auswahl der neuen künstlerischen Leitung des Museum Marta sicherzustellen und alle Fraktionen schon beim Auswahlverfahren zu beteiligen.“

Diese Beschlussfassung sehe nun vor, dass dem Auswahlkuratorium neben Bürgermeister Tim Kähler als Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung des Marta und Heiner Wemhöner, Gesellschafter des Marta und Vorsitzender des Freundeskreises, nur noch vier weitere stimmberechtigte, auswärtige Kunstexperten angehören.

„Ohne Stimmrecht, also nur beratend, nehmen sechs Personen teil“, schreibt Wienböker. Beratende Mitglieder sind Carmen Emigholz, Staatsrätin für Kultur in Bremen und Mitglied im Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft (SPD) sowie ein Vertreter des Betriebsrats der Marta Herford gGmbH. Außerdem im Beraterteam sind die ehemalige NRW-Ministerin Ute Schäfer (SPD), der CDU-Fraktionsvorsitzende im Herforder Stadtrat, Thomas Helmerking, SPD-Fraktionschef Thomas Besler sowie voraussichtlich ein weiteres Mitglied der übrigen Fraktionen, welches noch benannt werden soll.

„Ob sich bei den kleineren Fraktionen jemand bereit erklärt, diese Alibifunktion anzunehmen, bleibt abzuwarten. Ansonsten ist dieses Gremium mehrheitlich mit SPD-Mitgliedern besetzt“, schreibt Wienböker weiter.

Neben den beratenden Mitgliedern gehören zum Auswahlkomitee die ordentlichen Mitglieder um Bürgermeister Tim Kähler, Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Prof. Dr. Pia Müller-Tamm, Direktorin Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Moritz Wesseler, Direktor Museum Fridericianum Kassel, Dr. Nicole Fritz, Direktorin Kunsthalle Tübingen, und Heiner Wemhöner, Gesellschafter des Marta und Vorsitzender des Freundeskreises.

Die ordentlichen Mitglieder streben bei der Nominierung eines Kandidaten beziehungsweise von Personen in der engeren Auswahl („Short List“) eine einstimmige Entscheidung an. Sollte diese nicht erzielt werden können, ist eine qualifizierte Mehrheit von fünf der sechs Stimmen erforderlich.

Für Wienböker lautet das Fazit: „Fünf externe Personen können den Bürgermeister, der mit seiner Stimme nur zwei Drittel der Ratsmitglieder vertreten will, überstimmen. Das ist weder ausgewogen noch transparent.“

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