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Bürener Kernstadt-Kindergärten nehmen erstmals an Förderprojekt des Kreises teil

„Mehrsprachigkeit ist ein Schatz“

Büren

Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, können später nicht nur beruflich davon sehr profitieren. Doch während der Sprachentwicklung im Kleinkindalter kann die Mehrsprachigkeit auch verwirrend sein. Um hier zu helfen, bietet der Kreis Paderborn das Projekt „Rucksack-Kita“ an.

Von Hanne Hagelgans

Gemeinsam machen sie sich für die Sprachbildung von Kindern stark (von links): Andrea Dreier (Kita Don Bosco), Claudia Holle (Osthushenrich-Stiftung), Dr. Gulshat Ouadine (Projektkoordination), Bernhard Lünz (Geschäftsführung Kommunales Integrationszentrum), Hind Naser Abdulhussein und Markus Heßbrügge (Katholische Kindertageseinrichtungen Hochstift). Foto:

Neu mit dabei sind die katholische Kindertagesstätte Don Bosco und die evangelische Kita Emmaus aus der Bürener Kernstadt. Das Besondere: Das Angebot richtet sich vor allem auch an die Eltern.„Mehrsprachigkeit ist ein Schatz, der Kindern die Tore zur Welt und zu ihren beiden kulturellen Heimaten – der Ursprungsheimat der Eltern und Deutschland – öffnet“, weiß Markus Heßbrügge, pädagogische Regionalleitung der Katholischen Kindertageseinrichtungen Hochstift. Doch gerade bei jüngeren Kindern kann ein mehrsprachiges Umfeld zunächst verwirrend sein – zu Hause wird eine Sprache gesprochen, in der Kita ein andere. Um Probleme gar nicht erst aufkommen zu lassen, konzentrieren sich Elternbegleiterinnen und Erzieherinnen auf Eltern und Kinder. Elf Kindergärten in fünf Städten und Gemeinden nehmen an dem vom Kommunalen Integrationszentrum angebotenen Projekt „Rucksack-Kita“ teil. Erstmalig bieten die katholische Kindertagesstätte Don Bosco und die evangelische Kita Emmaus aus Büren eine gemeinsame Elterngruppe an. In den Einrichtungen hat Elternbegleiterin Hind Naser Abdulhussein, die aus dem Irak stammt, eine arabischsprachige Elterngruppe ins Leben gerufen.

Sie zeigt Eltern, wie sie ihre Kinder spielerisch in deren Herkunftssprache fördern. Gleichzeitig fördern die Fachkräfte in der Kita die Sprachentwicklung in Deutsch. „Die Eltern sind sehr dankbar. Ihnen ist es eine Herzensangelegenheit, ihre Kinder in beiden Sprachen optimal zu fördern.“, sagt Naser Abdulhussein.

Seit dem Start 2015 im Kreis Paderborn wurden mehr als 208 Kinder zwischen drei und sechs Jahren mit internationaler Familiengeschichte unterstützt.

„Sowohl Eltern als auch Kitas berichten von einer positiven Sprachentwicklung und gesteigerte Freude an der Kommunikation bei den Kindern“, berichtet Projektkoordinatorin Dr. Gulshat Ouadine.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnten die Treffen der Elterngruppe in Büren bisher nur digital stattfinden. Alle Beteiligten hoffen, sich nun auch persönlich treffen zu können. „Angesichts der Pandemie ist im Moment eine Kombination aus Präsenz- und Digitalveranstaltungen optimal“, betont Claudia Holle von der Osthushenrich-Stiftung, die das Projekt zu etwa 50 Prozent der Kosten fördert. Die andere Hälfte wird aus Mitteln des Landesministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration finanziert. Interessierte Kindertageseinrichtungen und Eltern können sich bei Ljiljana Umiljenovic und Maja Ostermann unter Telefon 05251/308-4637 und -4643 oder per E-Mail an UmiljenovicL@kreis-paderborn.de oder OstermannM@kreis-paderborn.de melden.

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