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Verein beobachtet immer wieder betrügerische Angebote im Internet

Mieterbund warnt vor Betrügern

Bielefeld/Detmold

In Detmold ist eine vierköpfige Familie auf einen Betrüger hereingefallen, der ihr eine Wohnung „vermietet“ hatte, die ihm nicht gehörte. Die Familie verlor die Kaution von mehr als 1500 Euro und war vorübergehend von Obdachlosigkeit bedroht.

Ralf Brodda: „Vorsicht bei Wohnungen, die auffallend günstig sind.“ Foto: dpa, Diekmann

Es stellte sich heraus, dass der „Vermieter“ der Vormieter der Wohnung war und sie bei Ebay-Kleinanzeigen angeboten hatte. Die Polizei ermittelt inzwischen gegen den Mann wegen Betruges.

„Das war kein Einzelfall“, sagt Ralf Brodda, der Geschäftsführer des Mieterbundes Ostwestfalen-Lippe und Vize-Vorsitzender des Mieterbundes NRW. Es gebe aber vor allem auf dem Portal Ebay-Kleinanzeigen eine andere Masche, die deutlich häufiger vorkomme. „Dabei werden Wohnungen zu hervorragend günstigen Konditionen angeboten. Bei Kontaktaufnahme zum vermeidlichen Vermieter bekommt der Interessent dann die Mitteilung, dass der Vermieter leider gerade im Ausland sei, aber dass er den Schlüssel zuschicke, sobald die Kaution überwiesen sei.“ Die Schlüssel kämen aber natürlich nie an.

Keine Kaution vor dem Mietvertrag überweisen

Brodda: „Teilweise wird diese Masche auch zum Datenklau verwendet. Der Wohnungsinteressent wird aufgefordert, eine Kopie seines Personalausweises zuzumailen und einen Fragebogen mit persönlichen Daten auszufüllen. Die Kopie des Personalausweises verwenden die Täter dann bei ihrem nächsten Coup, um ihre eigene Identität zu verschleiern, sich aber mit der Ausweiskopie seriös darzustellen.“

Um nicht wie die Detmolder Familie von einem Kautionsbetrüger geschädigt zu werden, sollten Mieter keine Kaution überweisen, solange der Mietvertrag noch nicht unterschrieben ist, rät der Verein. „Außerdem empfehlen wir, die Kaution – wie im Gesetz vorgegeben – in drei Raten zu bezahlen und nicht vollständig im Voraus. So kann der Schaden zumindest reduziert werden“, sagt Ralf Brodda. Und: Man sollte immer skeptisch und vorsichtig werden, wenn man vom angeblichen Vermieter wegen des Vertrages vertröstet werde.

„Um sich zu schützen, kann es außerdem helfen, mit Nachbarn zu sprechen“, sagt der Mieterbund-Geschäftsführer. Ihm sei natürlich auch bewusst, dass in der konkreten Situation und bei dem engen Wohnungsmarkt nicht jede Vorsichtsmaßnahme umsetzbar sei und nicht immer funktionieren werde. „Trotzdem ist Vorsicht geboten. Ganz besonders, wenn das Angebot sehr günstig und verlockend ist.“

Im Detmolder Fall hatte sich der echte Wohnungseigentümer bereiterklärt, die Familie in die leerstehende Wohnung einziehen zu lassen.

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