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Dreiste Schockanrufer betrügen Seniorin aus Bielefeld

Mit Corona-Masche Schmuck erbeutet

Bielefeld

Dreiste Schockanrufer haben Schmuck von einer Seniorin am Riedweg in Bielefeld-Brake erbeutet. Am Telefon gaukelte ein Betrüger der älteren Dame vor, ihr Sohn benötige eine kostspielige Corona-Behandlung. Eine Komplizin nahm später den Schmuck in Empfang. Zu Taten dieser Art kommt es immer öfter.

Der Anrufer gaukelte der Bielefelderin vor, ihr Sohn benötige eine kostspielige Corona-Behandlung. Foto: dpa

Die Bielefelderin erhielt am Mittwoch gegen 14.15 Uhr einen Anruf. Der Mann gab sich als ihr Sohn aus und erklärte ihr, dass er sich zurzeit in einem Krankenhaus in München aufhalten würde und an Corona erkrankt sei. Es ginge ihm schlecht, und er benötige dringend eine Infusion im Wert von 44.000 Euro, die ihn heilen würde.

Weiter gab der Betrüger an, dass er im Moment nicht an sein Geld komme. Der Arzt würde ihm dennoch eine Infusion geben, wenn er eine Sicherheit in Form von Schmuck erhalten würde. Den Schmuck würde die ältere Dame zurückbekommen, sobald der Arzt das Geld erhalten hätte.

Dann kündigte der Anrufer an, eine Freundin des Arztes zu schicken, die zufällig in Bielefeld wohne. Als Treffpunkt nannte er die Stedefreunder Straße.

Im Glauben, ihrem Sohn helfen zu können, verstaute die Seniorin diverse Schmuckstücke in einer Tüte und machte sich auf den Weg. Nahe der Kreuzung Riedweg/Stedefreunder Straße kam ihr eine Frau entgegen, die die Tüte an sich nahm. Der Bitte, eine Quittung auszuhändigen, entgegnete die Frau mit einem Nein und verschwand.

Diese Tat ist kein Einzelfall. In Bielefeld und in der Region sind immer öfter Schockanrufer aktiv. Die Betrüger am Telefon haben es bevorzugt auf Senioren abgesehen. Die Opfer werden mit perfiden Methoden unter Druck gesetzt, damit sie angeblich notleidenden engen Verwandten oder nahestehenden Personen mit Bargeld und Wertsachen helfen.

Die Polizei rät, derartige Gespräche sofort zu beenden

Der Anrufer hatte zuvor angekündigt, sich am Abend zu melden. Als der Rückruf ausblieb, erzählte die Seniorin einer Familienangehörigen von dem Vorfall. Gemeinsam erstatten sie Anzeige bei der Polizei.

Die Täterin war zwischen 30 und 40 Jahre alt und hatte dunkle Haare. Sie trug eine Wollmütze, einen dunklen Mantel und Jeans mit Löchern. Sie hatte ein afrikanisches Erscheinungsbild.

Die Polizei rät, sich bei Angehörigen direkt nach ihrem Befinden zu erkundigen. „Werden Sie angerufen und mit der Notlage eines Familienmitglieds in Verbindung mit einer Geldforderung konfrontiert, beenden Sie sofort das Gespräch. Melden Sie sich unter der Ihnen bekannten Nummer bei dem Angehörigen und erkundigen Sie sich persönlich. Sprechen Sie mit älteren Menschen in Ihrer Familie über diese Art der Betrugsmasche“, teilt Polizeisprecherin Sarah Siedschlag mit.

Hinweise zu den Tätern nimmt das Kriminalkommissariat 13 unter Telefon 0521/545-0 entgegen.

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