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Nach Hüllhorst und Minden will jetzt der ganze Kreis zur Fair-Trade-Kommune werden

„Mit Kaffee fing es an“

Hüllhorst/Minden

Der eine hat schon viel geschafft, die andere hat noch viel vor, beide haben sie ein gemeinsames Ziel: Stefan Straube-Neumann und Teresa Piotrowski setzen sich für Fair Trade im Kreis Minden-Lübbecke ein.

Teresa Piotrowski und Stefan Straube-Neumann aus Minden haben viel vor im Bereich Fair Trade. Aber auch die Gemeinde Hüllhorst gilt im Kreis als Vorreiter und ist in die Pläne für einen Fair-Trade-Kreis miteinbezogen. Foto: Sabine Ohnesorge/Kreis Minden-Lübbecke

Vor 45 Jahren hat Stefan Straube-Neumann in Minden gemeinsam mit anderen Engagierten den Weltladen eröffnet. Jetzt sitzt er mit Teresa Piotrowski, Ivona Calic von der Stadt Minden, Jutta Klare-Steinbrink aus der Gemeinde Hüllhorst und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, der Kreisverwaltung, Verbraucherzentrale und Klima-Bündnis im Steuerungskreis zur Kampagne „Fairtrade-Towns“. Denn Minden-Lübbecke soll auch offiziell Fair-Trade-Kreis werden.

„Mit Kaffee fing es an, und Kaffee ist bis heute das beste Beispiel für funktionierenden fairen Handel“, sagt Stefan Straube-Neumann. Anfangs sei es darum gegangen, überhaupt ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie unterschiedlich die Lebensverhältnisse weltweit sind und wie diese eben auch durch den Handel beeinflusst werden.

Heute seien Politik, Wirtschaft und Gesellschaft weltweit weiter: „Ein fairer Handel gehört als Punkt 12 zu den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen“, sagt Teresa Piotrowski, ebenfalls aus Minden. „Fair Trade ist auf dem Weg, Normalität zu werden.“ Sie sieht viele Anknüpfungspunkte für Themen wie Bildung und Konsum sowie Ernährung und Landwirtschaft gerade auch hier in der Region.

Wenn der Kreis Minden-Lübbecke anerkannter Fair-Trade-Kreis ist, möchte sie nicht einfach nur das Mindestmaß erfüllen, sondern große Kampagnen planen. Unternehmen, Großküchen und Kantinen fangen bereits an, zunehmend nachhaltige, regionale und eben auch fair gehandelte Waren zu verwenden, die inzwischen fast überall zum Sortiment gehören. „Wir haben so viele engagierte Gruppen im Kreisgebiet, die ich gerne stärker vernetzen möchte“, sagt Piotrowski.

Auch wenn das Thema global komplex ist: Oft seien die kleinen Schritte vor der eigenen Haustür ganz einfach – und noch dazu ein echter Gewinn. Piotrowski und Straube-Neumann haben schon eine ganze Reihe Ideen und Anregungen gesammelt – von der Kleidertauschparty über Tipps für nachhaltige Investitionen bis hin zur Arbeit gegen Hass-Kommentare in den sozialen Medien. „Mit großen und kleinen Aktionen regen wir an, sich Gedanken zu machen.“ Denn nur durch lokales Engagement könnten der faire Handel vorangetrieben und gerechte Arbeitsbedingungen und Bildung für alle geschaffen werden.

Der Kreis sucht auch weiterhin Gastronomie-Betriebe, die sich engagieren möchten. Alle Beteiligten, die bereits faire Produkte anbieten und sich im fairen Handel engagieren oder dies in Zukunft tun möchten, sind deshalb eingeladen, den Kreis Minden-Lübbecke aktiv auf dem Weg zum Fair-Trade-Kreis zu begleiten und als Fair-Trade-Partner oder -Partnerin zu unterstützen. Dieser Aufruf richtet sich auch an Supermärkte im Kreis Minden-Lübbecke, die sich im Bereich Fair Trade engagieren wollen.

Interessierte können sich melden per E-Mail an klimaschutz@minden-luebbecke.de. Das Klimaschutzteam berät gern zu den nachfolgenden Schritten, um an der Kampagne mitzuwirken.

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