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Para-Fahrerin Patricia Großerichter für erfolgreiche WM-Teilnahme geehrt

Mit „Zwölf Eichen“ zu Bronze

Stemwede

Weltspitze aus Stemwede: Top-Erfolge mit Pony-Wallach „Gentle-Man“ und Beifahrerin Sarah Weiler.

Von und

Die Medaille durfte beim Eintrag ins Gästebuch nicht fehlen: Patricia Großerichter (Mitte), Birgit Barre (links, Vereinsvorsitzende FC Zwölf Eichen) und Bürgermeister Kai Abruszat

Mit einer Einladung ins Heimathaus Levern und einem Eintrag in das offizielle Gästebuch hat die Gemeinde Stemwede den Erfolg und die WM-Medaille von Para-Fahrerin Patricia Großerichter vom Drohner Fahrclub „FC Zwölf Eichen“ gewürdigt.

Die 30-Jährige hatte mit ihrem Pony-Gespann Anfang August bei der Weltmeisterschaft der Para-Fahrer die Bronzemedaille gewonnen und war nun der Einladung von Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat gefolgt.

Zusammen mit ihrem achtjährigen Pony-Wallach „Gentle-Man“ und ihrer Beifahrerin Sarah Weiler legte Großerichter bei der WM in der letzten von drei Disziplinen als einzige einen fehlerfreien Lauf hin und sprang so noch auf den dritten Platz in der Gesamtwertung. „Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass man mit der Weltspitze mithalten kann“, freut sich die 30-Jährige Steinfelderin, deren Leidenschaft für den Pferdesport schon früh begann. „Quasi mit dem Schaukelpferd“, wie sie sagt.

Bei Kaffee und Kuchen erzählte die gebürtige Niedersächsin, dass sie erst seit elf Jahren Fahrsport betreibt und auf der Kutsche wegen ihrer Behinderung unter anderem einen Spezialsitz benötigt. „Meine Beifahrerin übernimmt dann auch das Bremsen der Kutsche“, erklärte Großerichter dem Bürgermeister und fügte hinzu: „Das Fahren ist für mich die inklusivste Sportart überhaupt.“

So würde sie bei großen internationalen Wettkämpfen zwar ebenfalls gegen Fahrerinnen und Fahrer mit Behinderungen antreten, ansonsten bei Fahrturnieren aber ganz normal im Regelfeld starten.

Dass sie inzwischen für den Stemweder Fahrclub „Zwölf Eichen“ aus Drohne starte und dort trainiere, sei ganz zufällig zustande gekommen. Mit ihrem damaligen Fahrtrainer sei sie nicht weitergekommen. „Auf einem Turnier in Holdorf habe ich zufällig die Vereinsvorsitzende Birgit Barre kennengelernt. Wir haben uns unterhalten und ich habe ihr gesagt, dass ich zur Weltmeisterschaft möchte. Da hat Birgit nur geantwortet, dass wir dann was zu tun hätten. Und seitdem bin ich im Verein in Drohne“, berichtete Patricia Großerichter.

„Die Geschichte und der Erfolg von Patricia Großerichter sind ein tolles Beispiel nicht nur für den Para-Sport was mit der richtigen Einstellung alles möglich ist“, sagte Bürgermeister Abruszat, dessen Dank auch an die Drohner Vereinsvorsitzende Birgit Barre ging. „Ich weiß, dass es für Sie keine besseren Trainings- und Trainerbedingungen geben wird als in Drohne“, meinte der Bürgermeister augenzwinkernd.

Er freue sich auf jeden Fall schon darauf, irgendwann die nächste Einladung an die Sportlerin und ihr Team aussprechen zu dürfen. „Ihr Ziel, bei der Weltmeisterschaft zu starten, haben Sie bereits erreicht. Aber so wie ich Sie erlebt habe, wird die erste Medaille bei einer WM nicht ihre letzte sein“, ist sich Kai Abruszat sicher.

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