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Heißer Dampf heißt das Erfolgsrezept

Multicar bekämpft Unkraut in Bad Driburg

Bad Driburg

Das Frühjahr ist gekommen und somit auch unerwünschtes Wildkraut auf Gehwegen und Plätzen. Das ist die Zeit für Bauhofmitarbeiter Norbert Rosenkranz, um mit seiner Spezialmaschine täglich für Sicherheit und Sauberkeit im gesamten Stadtgebiet, inklusive aller Ortschaften, zu sorgen.

Bauhofmitarbeiter Norbert Rosenkranz beseitigt mit seinem Multicar das Unkraut in Bad Driburg. Foto: Stadt Bad Driburg

Mit Heißdampf rückt er dem ungeliebten Grün aufs Blatt. Sein Arbeitsgerät, ein Multicar, ist mit einem 2000 Liter fassenden Wassertank und zwei jeweils 100 KW starken Ölbrennern ausgestattet. Durch diese Technik werden pro Minute 39 Liter kochendes Wasser erhitzt und das Unkraut damit besprüht. Ein Zusatz von Chemikalien jeglicher Art ist nicht nötig. Das Unkraut wird einfach verbrüht und verwelkt innerhalb weniger Stunden.

Eine Tatsache, die viele Bürgerinnen und Bürger sehr zu schätzen wissen. „Ich werde auf meinen Touren oft angesprochen und gefragt, was genau ich da mache“, erzählt Norbert Rosenkranz. „Dann sind alle begeistert von der Technik.“ „Das Unkraut wird mit etwa 100 Grad heißem Wasser besprüht. Dadurch wird die Zellstruktur der Pflanze zerstört und der obere Teil stirbt ab“, erklärt Bauhofleiter Andreas Hübner die Funktionsweise dieser Technik. Bei mehrmaliger Behandlung werde die Pflanze so geschwächt, dass sie komplett absterbe. Das heiße Wasser werde je nach Einsatz-Bereich mit einer Sprühlanze oder einem Anbau-Spritzbalken versprüht. Wissenschaftliche Studien kämen zu dem Schluss, dass Wildkrautbeseitigung mit heißem Wasser eine der effizientesten Methoden zur chemiefreien Unkrautbekämpfung sei. Hinzu kommt noch, dass der Bauhof den 2000 Liter-Wassertank des Fahrzeugs nur mit Regenwasser befüllt.

Alle drei bis vier Wochen müssen die Straßen, Wege und Plätze von Bad Driburg, inklusive aller Ortschaften, erneut abgefahren werden. Die Wildkrautsaison beginnt im April und dauert bis Ende Oktober. Jetzt im Frühjahr wächst es am meisten. Die Verwendung sei trotz der hohen Temperaturen des Wassers ungefährlich für Passanten, bestätigt Norbert Rosenkranz. Wenn er mal in bestimmte Ecken am Wegesrand mit dem Fahrzeug nicht ausreichend vordringen kann, steigt er aus und nutzt den zusätzlich angeschlossenen Hochdruckreiniger mit 150 bar und 110 Grad Wassertemperatur.

Tipp für private Nutzer

Und für die private Nutzung haben die Bauhofmitarbeiter dann doch noch einen Tipp parat: morgens, wenn noch der Tau liegt, sollten die Wildkräuter, die zwischen den Pflasterritzen sprießen, kurz mit einem Brenner angeflämmt werden – nicht komplett wegbrennen. Dann vergehen sie einige Stunden später. Diesen Vorgang wiederholen, sobald das Grün nachgewachsen ist.

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