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Ein Stück Kneipenkultur in Werther ist zu Ende: Ulli Obermann hat das letzte Pils gezapft und die letzten Pfifferlinge gebraten

Nach 350 Jahren gehen die Lichter aus

Werther

Alles ist so vertraut und diesmal doch ganz anders. Wie jeden Freitagabend in den letzten Jahrzehnten sitzen die Senioren-Volleyballer hinten links bei Obermann und bestellen ihr Bier. Aber es ist das letzte. Seit gestern Abend sind die Lichter aus in dem Gasthaus im Schatten des Kirchturms. Ein Stück Wertheraner Geschichte ist zu Ende.

Von Margit Brand

Bei Obermann galten lange die drei K: Kino, Kegeln, Kneipe. Das Traditionsrestaurant, das viele Stammgäste hat, ist von Mittwoch an geschlossen. Foto: Margit Brand

So richtig fassen kann das auch Ulli Obermann selbst nicht. Während die Volleyballer, die Radler, die Kegler und all die anderen Stammgäste ein letztes Mal die Speisekarte aufschlagen – der Kirchenchor, der hier sonst nach der Probe mit einem Alster die Kehle spült, hat zu diesem Anlass eigens ein Abschiedsgedicht verfasst – wirbelt der Gastwirt am Herd und weiß fast nicht mehr, wo ihm der Kopf steht und wo er die ganzen Teller hernehmen soll. Hochkonjunktur, bevor die Küche endgültig kalt bleibt.

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