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St.-Vincenz-Kliniken stocken Personal und Räume auf

Nach Schließung am St. Johannisstift: weitere Kreißsäle im Kreis Paderborn in Planung

Paderborn/Salzkotten

Wegen Personalmangels schließt die Geburtshilfe am St. Johannisstift, wie berichtet, Ende Februar. In einer gemeinsamen Erklärung hatte das St. Johannisstift mit den St.-Vincenz-Kliniken angekündigt, eine Lösung zu finden, die allen Frauen eine sichere Entbindung gewährleiste.

Dr. Josef Düllings, Hauptgeschäftsführer der St. Vincenz-Kliniken, zusammen mit (von links) Karina Brüggemeier, Hebammensprecherin des St. Josefs-Krankenhauses, Prof. Dr. Michael Patrick Lux, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Janina Esau-Hoomann, Schichtleiterin Kreißsaal St. Louise, Pia Lages, Pflegedienstleiterin. Foto: Hoppe/St. Vincenz-Kliniken

Nun zeichnet sich offenbar eine Lösung ab: Die St.-Vincenz-Kliniken kündigten am Freitag an, die beiden Geburtshilfen in Salzkotten und Paderborn personell wie räumlich aufzustocken, um auf einen weiteren Geburtenanstieg vorbereitet zu sein.

„Genau wie im September, als die Geburtshilfe am St. Johannisstift vorübergehend schließen musste, werden wir die Schwangeren und Wöchnerinnen sicher begleiten. Im September bekamen wir tolles Feedback. Gemeinsam werden wir die Situation meistern“, berichtet Michael Patrick Lux, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Es sei ein großer Vorteil, dass die St.-Vincenz-Kliniken zwei geburtshilfliche Standorte hätten. „Wir stimmen uns tagesaktuell ab, wie hoch die Auslastungen in der St. Louise oder in der St. Josefs-Geburtshilfe sind. Das macht uns sehr flexibel, wenn doch mal Engpässe drohen“, erklärt Lux. Daher sei es enorm wichtig, dass die werdenden Mütter sich vor ihrer Ankunft telefonisch im Kreißsaal anmelden: „Bei Engpässen schlagen wir den Müttern den Standort vor, welcher aktuell nicht so stark ausgelastet ist. Natürlich lassen wir ansonsten den werdenden Müttern die Wahl, in welcher Geburtshilfe sie entbinden möchten. Ich bin mir sicher, dass es nur sehr wenige Tage geben wird, an denen wir an weiter entfernte Klinken verweisen müssen“, so Lux.

Räumliche „Reserven“ biete nach eigenen Angaben der Kliniken vor allem das St. Josefs-Krankenhaus in Salzkotten. Hier laufen derzeit die Planungen auf Hochtouren, um die Zahl der Betten für die Wöchnerinnen zu erhöhen und einen zusätzlichen „Reserve-Kreißsaal“ einzurichten. Das Beleghebammen-System in Salzkotten garantiert den werdenden Müttern nach wie vor eine 2:1-Betreuung unter der Geburt.

Im Kreißsaal in der „St. Louise“ in Paderborn soll es einen zusätzlichen Zwischendienst für die Hebammen geben, so dass tagsüber eine Hebamme zusätzlich unterstützen kann. Hier werden auch drei weitere CTG-Plätze in einem „Willkommensbereich“ geschaffen. In diesem Bereich führen die He­bammen Erstuntersuchungen durch und beobachten, wann es Zeit für den Kreißsaal wird. Ein weiterer Kreißsaal ist in Planung. „Wir haben für die Schwangeren eine zusätzliche Sprechstunde für die Anmeldung zur Geburt geschaffen. Hier sind wir nun doppelt besetzt, um noch besser erreichbar zu sein“, berichtet Lena Steinbeck, Schichtleiterin des Kreißsaals. „Wir erleben die Schwangeren derzeit entspannt. Wir sind sowohl auf der Wöchnerinnenstation als auch in den Kreißsälen gut aufgestellt und könnten kurzfristig aufstocken“, sagt Christine Schmücker, leitende Oberärztin der Geburtshilfe. Und sie sichert zu, dass es zu keiner Zeit Einbußen in der medizinischen und pflegerischen Qualität sowie bei der Hebammenversorgung geben werde.

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