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Umweltamt des Kreises Paderborn informiert über Erlass des Landes NRW

Neue Restriktionen bei Bremsenfallen

Paderborn

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz schränkt den Einsatz von Bremsenfallen ein. Darüber hat jetzt das Umweltamt des Kreises Paderborn informiert.

So sieht eine Bremsenfalle aus. Foto: Bernhard Pierel

Pferdebremsen umschwirren Ross und Reiter unerlässlich und die weiblichen Exemplare hinterlassen juckende Stiche. Kein Wunder, dass viele Pferdehalter und Reiter deshalb zu Bremsenfallen greifen, um die Blutsauger los zu werden. Doch Achtung: Nach einem Erlass des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz aus dem vergangenen Jahr unterliegt der Einsatz solcher Bremsenfallen neuen Restriktionen.

Das Problem: Bremsenfallen würden nicht nur Pferdebremsen anlocken, sondern auch etliche weitere Insekten und tragen damit zum Insektensterben bei. Gleichzeitig sei ihr tatsächlicher Nutzen nicht nachgewiesen. Wissenschaftliche Untersuchungen hätten ergeben, dass bei einem Feldversuch über 21 Wochen mit sechs Fallen nicht nur Pferdebremsen eingefangen wurden. Stattdessen fanden die Wissenschaftler andere 53.438 flugfähige Insekten. Darunter befanden sich einige besonders geschützte Arten, so zum Beispiel Schmetterlinge oder Wildbienen.

Aufgrund der Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Untersuchung hat das Landesministerium erlassen, dass Bremsenfallen nicht in Nationalparks, Fauna-Flora-Habitat- (FFH) und Naturschutzgebieten sowie in gesetzlich geschützten Biotopen aufgestellt werden dürfen. Außerhalb dieser Gebiete dürfen Bremsenfallen nur in der Flugzeit der Bremsen vom 1. Juni bis zum 15. September eingesetzt werden. Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

„Jeder Pferdebesitzer, der eine Bremsenfalle einsetzt, sollte sich verdeutlichen, wie viele weitere Insekten in der Falle gefangen werden und verenden“, betont Susan Mende vom Umweltamt des Kreises Paderborn. Die Expertin empfiehlt, auf andere Maßnahmen wie die Nutzung von Fliegendecken oder Ausreitdecken aus Netzstoff und High-Tech-Stoffen oder aber natürliche Duftöle zurückzugreifen. Eine Übersicht der Schutzgebiete, für die der neue NRW-Erlass greift, ist im Geoportal des Kreises zu finden unter www.kreis-paderborn.de/geoportal.

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