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Evangelischer Kirchenkreis Paderborn will künftig auf drei Angebote setzen

Neues Konzept für Jugendarbeit

Paderborn/Delbrück

Die Kinder- und Jugendarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Paderborn wird neu ausgerichtet. Das hat die Kreissynode in der Stadthalle Delbrück beschlossen.

Mittagspause am Modell der Mobilen Kirche während der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Paderborn vor der Delbrücker Stadthalle. Foto: EKP/Oliver Claes

Wie der Kirchenkreis mitteilte, wolle er sich darüber hinaus mit mindestens 75.000 Euro an der Finanzierung eines sogenannten Schöpfungs­gartens der Religionen auf der Landesgartenschau 2023 in Höxter beteiligen.

Zu den drei Säulen der Kinder- und Jugendarbeit sollen die „Mobile Jugendkirche“ in Form eines mobilen „Dome“ (großes Kuppelzelt), die „Couch-Kirche“ in Paderborn (die Couch wird an wechselnden Orten platziert, wo Jugendliche sich aufhalten) und das „Netzwerk Evangelische Jugend“ gehören. Bewährte, zum Netzwerk gehörende Angebote wie Jugendvollversammlung, Konficamp, JuLeiCa-(Teamer)Ausbildung sowie Prävention Sexuelle Gewalt sollen den Angaben zufolge erhalten bleiben. Die bisherige Arbeit der Jugendreferentinnen und -referenten in Haupt- und Nebenbereichen werde durch das Drei-Säulen-Modell abgelöst. Aktuelle Projekte sollen noch zum Abschluss gebracht werden. Die Zusatzkosten pro Jahr betragen 68.000 Euro. Die Stellen im Jugend­referat werden von 4,75 auf 5 aufgestockt.

Im Kirchenkreis mit seinen 14 Kirchengemeinden soll die ganzjährig einsetzbare Mobile Kirche über das Jahr verteilt an verschiedenen Orten für jeweils fünf bis sieben Tage stehen. Professionelle Eventkultur mit Partizipation, Vielfalt und Flexibilität und ein „Zuhause auf Zeit“ würden so ermöglicht, heißt es. Zwar interessierten sich viele Jugendliche nicht für die Kirche, doch „die religiöse Sehnsucht von Jugendlichen ist nach wie vor groß“, sagte Jugendpfarrer und Schulreferent Burkhardt Nolte. Jugendliche suchten danach, was ihrem Leben Sinn gebe. „Wir wollen Kirche von und mit Jugendlichen und für Jugendliche sein“, betonte Nolte. Angebote für Kinder wie zum Beispiel Kinderbibeltage seien ebenso denkbar. Mit den zehn stationären Einrichtungen in den Häusern der offenen Tür soll es auch in Zukunft Kooperationen geben.

2060 nur noch 64 Prozent seiner heutigen Mitglieder

Superintendent Volker Neuhoff bot den Kreisen und Kommunen Unterstützung an, wenn sie sichere Häfen für schutzsuchende Menschen aus Afghanistan werden wollten. Beim Thema Klimaschutz regte er einen Klimafonds für den Kirchenkreis an, um zum Beispiel den Gebäudebestand energetisch zu modernisieren.

Bis 2060 werde der Kirchenkreis nur noch 64 Prozent seiner heutigen Mitglieder haben. Mit dieser Zahl beschrieb Neuhoff die Ergebnisse der „Freiburger Studie“, die sich mit den Zukunftsperspektiven der Kirchen in Deutschland beschäftigt. Damit verbunden sei auch ein Rückgang der Finanzmittel. Bereits 2025 würden die Ausgaben um eine Million Euro höher liegen als die Einnahmen. Verstärkte Anstrengungen im Fundraising und interprofessionelle Pastoralteams in den Gemeinden hält Neuhoff für notwendig. Bei Pfarrstellenbesetzungen ist ab sofort die Zahl von 3000 Gemeindegliedern (bisher 2750) pro Pfarrstelle maßgebend.

Im Februar hatte die Synode fürs Kita-Jahr 2021/2022 Einsparungen beschlossen und die Ausgaben für Personal- und Sachkosten auf maximal eine Million Euro begrenzt. Nachdem das Kita-Jahr begonnen habe, seien die Auswirkungen erkennbar. Es gebe die Befürchtung, den bisher hohen Qualitätsstandard nicht aufrechterhalten zu können. Da die Beschlüsse nur fürs laufende Kita-Jahr gelten, wird sich die Finanzsynode im November erneut mit dem Thema befassen.

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