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Vor 35 Jahren konnten sechs Ostwestfalen den Kühlturm des Atomkraftwerks in Hamm-Uentrop besetzen

„Niemand hat uns damals aufgehalten“

Herford

Ein Lächeln huscht über das Gesicht von Dr. Winfried Eisenberg, als der 84-Jährige einen Aktenordner mit alten Zeitungsartikeln auf den Wohnzimmertisch legt. „Wir waren damals euphorisch, dass es geklappt hatte, und dieses Gefühl kehrt jedes Mal zurück, wenn ich mich an die Aktion erinnere“, sagt der ehemalige Chefarzt der Kinderklinik Herford.

Von Christian Althoff

Im Juli 1986 auf dem Kühlturm des Atomkraftwerks Hamm-Uentrop: Links steht Dr. Winfried Eisenberg, rechts hält Barbara Schröder Funkkontakt zu den Unterstützern am Boden, und zwischen den beiden sitzen Hermann Wiesing und Sigurd Ehlert. Drei Tage dauerte die Besetzung des Turms, der nach der endgültigen Abschaltung des unsicheren Kraftwerks 1991 gesprengt wurde. Foto: privat

35 Jahre ist es her, dass Eisenberg und fünf weitere Ostwestfalen unbemerkt von Sicherheitsleuten und Wachhunden den 181 Meter hohen Kühlturm des Kernkraftwerks in Hamm-Uentrop enterten – den damals höchsten der Welt. Oben hissten sie ihre Anti-Atomkraft-Fahne und richteten ein Lager ein, in dem sie drei Tage ausharren sollten.

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