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„Mut-Tour“ wirbt für einen offenen Umgang mit Depressionen

Noch immer ein Tabuthema

Paderborn

„Bei mir war das stärkste Indiz für eine Depression, dass ich keine Gefühle mehr hatte. Das war so, als wäre man in Watte gepackt.“ Valentin Felmern hat dunkle Zeiten in seinem Kopf erlebt. Jetzt klärt er mit anderen bei der „Mut-Tour“ über das Phänomen Depression auf. Am Freitag machten drei Frauen und zwei Männer Station in Paderborn. Sie fuhren nicht einzeln zum Marktplatz, sondern auf Tandems als Symbol für Gemeinschaft.

Von Dietmar Kemper

Die Radfahrer machten Station vor dem Dom. Die Smileys vor dem Gesicht sollen deutlich machen, dass viele Kranke so tun, als wären sie gesund. Foto: Sebastian Burger

Das Gefühl, nicht allein zu sein und Hilfe zu bekommen, ist für Menschen eminent wichtig, die an einer Depression leiden. Und das sind viele. Etwa fünf Millionen Menschen sind in Deutschland davon betroffen. „Es geht bei der Tour um mehr Offenheit für Depressionen und psychische Erkrankungen“, sagte Michaela Göddenhoff. Viele Betroffene versteckten ihre Depression, es herrsche das Gefühl, dass man nicht darüber sprechen dürfe, um zum Beispiel keine Nachteile im Beruf zu haben, betonten Göddenhoff und Felmern. Dass Menschen nur so tun, als würde es ihnen gut gehen, demonstrieren Teilnehmer der „Mut-Tour“ dadurch, dass sie sich Smileys vors Gesicht halten.

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