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Rahdener Hausschlachter Walter Sporleder (90) erhält den Diamantenen Meisterbrief

Noch immer wird zuhause gewurstet

Rahden

Noch gut kann sich Walter Sporleder an die geheimgehaltenen Schlachtungen kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erinnern.

Als inzwischen einer der wenigen Hausschlachtermeister konnte Walter Sporleder mit seiner Ehefrau Luise jüngst den Diamantenen Meisterbrief entgegennehmen – überbracht von Thomas Brinkmann (rechts), Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wittekindsland, und Kurt Willinger (links), letzter Vorsitzender der früheren Hausschlachter-Innung Lübbecke Foto: Christian Weber

Zum Teil mit Schweinen, die es offiziell gar nicht gab. Damals waren Lebensmittel rationiert und wurden von den Behörden zugeteilt.

Der inzwischen 90 Jahre alte Hausschlachtermeister konnte kürzlich seinen Diamantenen Meisterbrief entgegennehmen. Einen Teil seiner Meisterprüfung hat er 1959 in der Bäckerei Schmidt abgelegt und die praktische Meisterschaft beim Wursten im eigenen Hause bewiesen. Als die Hausschlachtungen im Rahdener Land noch möglich waren, war Walter Sporleder durch seine fachliche Kompetenz sehr gefragt.

Wie so viele seines Handwerks hatte auch Sporleder einen zweiten Beruf auf dem Bau erlernt: Bis zum Erreichen des Rentenalters 1994 war er im Tiefbau tätig. Den Hausschlachtungen widmete er sich aber weiter in einer Weise, die beim WDR auffiel und im Jahr 2004 mit einem Beitrag in der Fernsehsendung „Hier und Heute“ dokumentiert wurde.

Und noch heute wurstet er für den Eigenbedarf der Familie – mit Fleisch und Speck von Schweinen, die im eigenen Haus an der Lemförder Straße aufgezogen worden sind.

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