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Truppenübungsplatz in Paderborn: Streit um Thune-Wiesen-Sperrung vorerst beigelegt – Studie soll endgültige Klärung bringen

Nutzung wird zunächst geduldet

Paderborn

Im Streit um die Sperrung der Thune-Wiesen für Zivilisten hat sich nun Tim Hill, Kommandeur der britischen Armee in Deutschland, zu Wort gemeldet. In einem persönlichen Schreiben an Paderborns Bürgermeister Michael Dreier ging Hill auf die Hintergründe des Betretungsverbots ein. Die Nutzung durch Bürger soll demnach vorerst weiter geduldet werden.

Von Ingo Schmitz

Über das Betretungsverbot der Thune-Wiesen Foto: Oliver Schwabe

In dem Schreiben kündigte der britische Kommandeur nach Angaben der Stadt Paderborn an, dass das jüngste, rigorose Vorgehen gegen Besucher des Randbereichs des Truppenübungsplatzes bis auf weiteres eingestellt werde. Er forderte die Patrouillen sofort dazu auf, jegliche Maßnahmen umgehend einzustellen.

Das jüngste Vorgehen der Range Control bei den Patrouillen sei möglicherweise „ungewollt“ scharf gewesen. Den Äußerungen zufolge könnte die britische Armee von der Vorgehensweise in diesem Bereich möglicherweise überhaupt keine Kenntnis gehabt haben.

Die Duldung ist zunächst zeitlich befristet, da die britische Armee im Herbst eine detaillierte Studie zur zukünftigen Nutzung des Übungsgeländes rund um die Athlone Kaserne in Sennelager durchführen will. Dabei soll dann das künftige Vorgehen festgelegt werden. Bis dahin soll am „Status quo“ nichts verändert werden, heißt es in der Pressemitteilung.

Wie zuletzt am Freitag berichtet, hatten sich etliche Bürger vor allem aus Schloß Neuhaus, Mastbruch und Sennelager beschwert, dass ihnen das Betreten des Areals untersagt worden war. CDU und FDP hatten sich daraufhin des Themas angenommen.

Bis jetzt keine endgültigen Entscheidungen

CDU-Fraktionschef Markus Mertens hatte daraufhin einen Brief an den Verbindungsoffizier geschrieben, mit der Bitte, sich des Themas anzunehmen. Wie es nun weiter gehen soll, sollen die Beratungen zeigen. Diese sollen, so Kommandeur Tim Hill, in engem Austausch mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, dem Bundesforst, der Stadt Paderborn und dem Ortsteil Schloss Neuhaus durchgeführt werden.

Bis jetzt seien keine endgültigen Entscheidungen getroffen worden, stellte der Kommandeur klar. Er betonte zudem, dass es den britischen Streitkräften ein wichtiges Anliegen sei, das herzliche und freundschaftliche Verhältnis mit der örtlichen Gemeinschaft aufrecht zu erhalten.

„Für die schnelle und konkrete Antwort danke ich Tim Hill sehr herzlich. Zur weiteren Abstimmung werde ich gemeinsam mit Landrat Christoph Rüther in bewährter Weise alle Beteiligten zu einem gemeinsamen Gespräch einladen“, teilte Paderborns Bürgermeister Michael Dreier am Montag mit.

Die Athlone Kaserne, die von den Briten als Kampfpanzer-Kaserne genutzt wird, hat eine Größe von circa 31 Hektar und gehört zum Stadtteil Schloß Neuhaus. Die Kaserne wird zukünftig nicht geräumt. Rund 200 Soldaten der britischen Armee bleiben mit ihren Familien weiterhin am Standort. Damit wird ein Teil der Wohneinheiten weiterhin genutzt.

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