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Uni erhält Millionen-Förderung und will Zentrum für photonische Quantentechnologien werden

Paderborn forscht am Superrechner

Paderborn

Im Wettrennen um die Entwicklung von Quantencomputern mischt auch Paderborn mit. Wissenschaftler der Universität haben jetzt den Zuschlag bekommen, an einer neuartigen Quanten-Plattform zu forschen.

Die Universität Paderborn aus der Luft. Foto: Jörn Hannemann

Wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Linnemann mitteilte, fördert das Bundesforschungsministerium das Projekt mit 3,6 Millionen Euro. Quantencomputer sollen einmal Probleme lösen, an denen selbst die schnellsten Rechner bislang scheitern.

Ziel des Vorhabens ist nach Angaben der Uni die Entwicklung einer neuartigen Plattform für einen Quantencomputer. Dabei sollen einzelne Lichtteilchen, sogenannte Photonen, als Quanten-Bits („Qubits“) verwendet werden. „Dazu sollen neuartige Quellen, die Quantenlicht erzeugen, entwickelt werden, sowie integrierte photonische Schaltkreise, in denen die Informationsverarbeitung stattfindet“, heißt es im Projektsteckbrief.

Acht Projektpartner

„Quantentechnologien sind eine der maßgeblichen Schlüsseltechnologien der Zukunft. Die in dem Projekt erzielten Ergebnisse werden durch Patente geschützt, anschließend wirtschaftlich genutzt und dem Standort Deutschland hoffentlich eine führende Rolle in dieser Zukunftstechnologie sichern“, sagt Linnemann, der sich nach eigenen Angaben für die Förder­zusage stark gemacht habe.

Zu den acht Projektpartnern gehören die Exzellenzuniversitäten TU München sowie aus Berlin die Humboldt-Universität und die Freie Universität. Das Projektvolumen beträgt 17,7 Millionen Euro. Das Projekt läuft bis 2025.

Zudem plant die Uni, alle Schritte von der Grundlagenforschung zu Quanten­algorithmen über die Modellierung komplexer Quantensysteme bis hin zur Realisierung photonischer Quantennetzwerke an einem Standort zu vereinen.

Dafür erhält die Uni etwa eine Million Euro Fördergelder vom Land NRW. Mit dem neuen Profilbereich soll sich Paderborn als international sichtbares Zentrum für photonische Quantentechnologien etablieren. Allerdings, sagt Projektleiterin Prof. Dr. Christine Silberhorn, sei der Weg bis zur Realisierung anwendungsspezifischer Quantencomputer noch lang.

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