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Nach Festnahmen im Fall Einbruchserie Borchen – Ermittlungsgruppe Wohnung übergibt Staatsanwaltschaft Ergebnisse

Paderborner Polizei ermittelt gegen europaweit aktive Bande

Paderborn/Borchen

Die Paderborner Polizei ermittelt gegen eine europaweit aktive Einbrecher-Bande. Diese war auch im Kreis Paderborn aktiv. Das teilte die Polizei Paderborn am Freitag mit.

Kriminalhauptkommissar Jürgen Tillmann leitet die Ermittlungsgruppe „EG Wohnung“. Polizeikommissarin Shari Kuhfuß ist zur Unterstützung der Kripo in die Ermittlungsgruppe abgeordnet. Die Akten mit den Ermittlungsergebnissen wurden jetzt an die Paderborner Staatsanwaltschaft übergeben. Foto: Polizei Paderborn

Am 4.Mai 2021 kam es in Borchen zu einer folgenschweren Einbruchserie mit sieben Wohnungseinbrüchen sowie neun Pkw-Aufbrüchen.

Schon kurz danach war es der Paderborner Kripo gelungen, Tatverdächtige zu identifizieren und knapp drei Wochen später, am 22. Mai 2021, in Berlin und Volkmarsen festzunehmen. Bei den Ermittlungen deckten die Paderborner Ermittler eine Vielzahl weiterer Straftaten auf. Die Ermittlungsergebnisse sind jetzt der Staatsanwaltschaft Paderborn übergeben worden.

Die bei der Polizei Paderborn eingerichtete fünfköpfige „Ermittlungsgruppe Wohnung“ unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Jürgen Tillmann führte die umfangreichen Ermittlungen nach der Borchener Einbruchserie. Im Ergebnis der Untersuchungen steht der dringende Verdacht, dass die Bande für mindestens zehn Wohnungseinbruchdiebstähle und 122 Diebstähle aus Pkw innerhalb von nur zwei Monaten verantwortlich ist.

Beuteschaden 170.000 Euro, Sachschaden 45.000 Euro

Die Tatorte befanden sich in Hessen, Bayern, Brandenburg, Thüringen, Berlin und NRW. Bei den bislang ermittelten Straftaten erbeuteten die Täter Bargeld, Schmuck, Werkzeug, Handys und Fahrräder. Zudem entwendeten sie fünf Autos, indem sie die zuvor in den Wohnungen gestohlenen Schlüssel benutzten. Der Beuteschaden beläuft sich auf rund 170.000 Euro, der Sachschaden auf etwa 45.000 Euro. Teile des Diebesgutes konnten bei Durchsuchungsmaßnahmen sichergestellt werden.

Kriminalhauptkommissar Tillmann sagt zu dem Fall: „Die Tätergruppierung ist äußerst effizient vorgegangen und beging Straftaten in hoher Frequenz – in einer Nacht bis zu 29 Diebstähle. Wir konnten feste Absatzwege für das Diebesgut feststellen. Teilweise wurde auf Bestellung entwendet.“ Laut Tillmann waren die Wohnungseinbrüche für die geschädigten Wohnungsinhaber besonders belastend, da sie zur Nachtzeit stattfanden und die Geschädigten sich schlafend in den Wohnungen befanden.

Der Kriminalhauptkommissar erläutert die teils internationalen Kontakte: „Wir konnten ermitteln, dass Mitglieder der Tätergruppe zuvor schon in Spanien, Frankreich und Rumänien wegen gleich gelagerter Straftaten in Erscheinung getreten waren. Dies entspricht der polizeilichen Erkenntnis, dass in bestimmten Deliktsbereichen professionelle Banden europaweit aktiv sind. Daher ist auch in diesem Fall ein intensiver Informationsaustausch mit anderen europäischen Polizeidienststellen erfolgt.“

Erschwerte Ermittlungen

Durch die hochmobile Vorgehensweise wurden die Ermittlungen erschwert, da viele verschiedene Dienststellen in unterschiedlichen Bundesländern zuständig waren. Letztendlich war es durch einen koordinierten Einsatz von Polizeikräften aus Paderborn, Berlin und Hessen im Mai gelungen, die Täter festzunehmen und Beweismittel sowie Diebesgut sicherzustellen.

An dem Einsatz waren rund drei Dutzend Polizeibeamtinnen und -beamte beteiligt. Unmittelbar nach der Festnahme der rumänisch/moldauischen Bande wurde gegen vier mutmaßliche Bandenmitglieder im Alter von 19, 25, 26 und 31 Jahren Haftbefehle zur Untersuchungshaft erlassen. Mehrere Beschuldigte haben zwischenzeitlich Teilgeständnisse abgelegt.

Die Arbeit der Polizei ist noch nicht zu Ende, denn die Bande kommt vermutlich für weitere Straftatenserien infrage. Hierzu werden noch Ermittlungen geführt.

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