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Bedingungen für duale Ausbildung sollen verbessert werden – Wohnheim nicht nur für Studenten

Paderborner Rathauskoalition startet Ausbildungsinitiative

Paderborn

Mit einer breit aufgestellten Initiative zur Attraktivierung der dualen Ausbildung in der Stadt Paderborn möchte die Koalition aus Grünen und CDU mehr junge Menschen für eine Ausbildung in Paderborn gewinnen und setzt damit eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um.

Ratsfrau Catharina Scherhans (Grüne) ist auch stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Foto: Grüne

„Fachkräfte spielen für die hiesigen Betriebe und den Wirtschaftsstandort Paderborn eine herausragende Rolle“, betonen die Koalitionäre in einer Pressemitteilung. Angesichts der aktuellen Situation sollen demnach mit allen relevanten Akteuren sämtliche Möglichkeiten auf lokaler Ebene ausgelotet werden, um innovative Anreize zu setzen, damit Paderborn als starker Ausbildungsstandort mit einem breitgefächerten Ausbildungsangebot erhalten bleibt.

CDU und Grüne berufen sich auf Informationen der Agentur für Arbeit, nach denen in Paderborn mehrere hundert Ausbildungsplätze nicht besetzt seien. „Für das Ausbildungsjahr 2022 sehen die Prognosen nicht besser aus. Gleichzeitig steigt der Bedarf an ausgebildetem Personal in der lokalen Wirtschaft, was diese bereits jetzt vor Herausforderungen stellt“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Auf der anderen Seite gebe es viele junge Menschen, die eine Ausbildung absolvieren möchten, aber aus verschiedenen Gründen davon abgehalten werden.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Mertens. Foto: CDU

Hierfür sollen auf einer durch die Wirtschaftsförderung begleiteten Fachtagung Lösungsansätze entwickelt werden. „Dabei sollen die bereits laufenden Aktivitäten der Wirtschaftsverbände und Bildungseinrichtungen berücksichtigt werden. Wir möchten die Aktivitäten von zum Beispiel Kammern, Verbänden und Gewerkschaften in einem Netzwerk verbinden und mit vereinten Kräften zu einem herausragenden Standortfaktor weiterentwickeln“, betont Catharina Scherhans, grüne Ratsfrau und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Es gelte, die Rahmenbedingungen für eine duale Ausbildung zu verbessern, „damit ausreichend dringend benötigte Fachkräfte vor Ort ausgebildet werden können“, so Scherhans weiter.

„Die gemeinsame Initiative zur Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung in der Stadt Paderborn soll ein deutliches Zeichen der Stadtgesellschaft an junge Menschen sein, die hier eine Ausbildung absolvieren und ihren Lebensmittelpunkt finden können. Zugleich soll sie unter Berücksichtigung von Rahmenbedingungen wie Mobilität und Wohnen die Unternehmen unterstützen, Ausbildungsstellen zu besetzen und dringend benötigte Fachkräfte auszubilden“, sagt Markus Mertens, CDU-Fraktionsvorsitzender. Dafür sollen Ideen gesammelt, zusammengeführt und eine zielführende Strategie präsentiert werden, so Mertens.

Wohnen plus attraktive Gemeinschaftsverpflegung

„Auszubildenden stehen anders als Studierenden weder günstige Wohnheime noch eine subventionierte Verpflegung in einer Mensa zur Verfügung. Vielen jungen Menschen aus dem Umland, aber auch aus Paderborn, ist es daher nicht möglich, während einer Ausbildung eine eigene Wohnung zu finanzieren und sich gesund zu ernähren“, ergänzt der grüne Ratsherr und Sozialpolitiker Ulli Möhl. Hier gelte es laut Möhl, Lösungen zu finden, die der dezentralen Struktur der dualen Ausbildung gerecht würden – wie zum Beispiel Kombinationen aus Wohnen und einer attraktiven Gemeinschaftsverpflegung. In einem ersten Schritt soll nach Plänen der CDU und der Grünen die Realisierung eines Auszubildendenwohnheims geprüft werden, vergleichbar einem Studierendenwohnheim.

„Die bereits bestehenden Mobilitätsangebote für Auszubildende sollen fortwährend weiterentwickelt werden“, sagt CDU-Ratsfrau und Mitglied des Mobilitätsausschusses Stefanie Harth. Gleichzeitig sei klar, dass sich die Bemühungen nicht nur auf das Stadtgebiet beschränken dürften, betont Harth.

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