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Militärpfarrer Plümper nutzt seine immer noch guten Kontakte nach Hövelhof – Reservisten organisieren Aktion

Pakete überraschen Soldaten in Mali

Hövelhof

Die Gebirgsjägerbrigade 23 aus Bad Reichenhall ist mit großen eigenen und unterstellten Teilen anderer Truppenteile, darunter Fallschirmjäger und Grenadiere, seit einiger Zeit in Mali/Afrika stationiert. Zur Truppe dort gehört auch der ehemalige Hövelhofer Vikar Jörg Plümper als betreuender Militärpfarrer.

Von Jürgen Spies

Gehören zum Team der Helferschar (von links): Sarah Deichsel, Peter Szarvas, Heinz Kamp und Gavin Watson mit einem ganz kleinen Teil der vielen Pakete für die Soldaten in Mali.

Da Pfarrer Plümper immer noch gute Verbindungen nach Hövelhof hat, unter anderem zur Reservistenkameradschaft (RK), suchte er bei den Reservisten Hilfe – und wurde auch fündig.

Weil die Soldaten der genannten Einheiten in Mali außerhalb ihrer militärischen Tätigkeiten im Alltag ziemlich eingeschränkt sind und ihnen bisweilen die sprichwörtliche Decke auf den Kopf fällt, bat Militärpfarrer Plümper um irgendwelche kleinen Dinge, die den Soldaten in Mali zeigen: In und um Hövelhof gibt es Bundeswehrkameraden, die ihren Dienst vielleicht schon vor vielen Jahren abgeleistet haben, die aber an euch denken. Und nicht nur die!

„Etliche Firmen innerhalb und außerhalb Hövelhofs hatten offene Ohren für das Anliegen und auch eine helfende Hand. So kam bald eine große Menge unterschiedlichster Dinge zusammen“, berichtet Egon Ewers von der Reservistenkameradschaft Hövelhof.

Nicht infrage kamen verderbliche Waren oder Artikel, von denen eine Gefahr ausgehen könnte, beispielsweise Feuerzeuge.

Gespendet und gesammelt wurden Dinge des täglichen Bedarfs, die Firmen, Vereine sowie Privatpersonen zur Verfügung stellten; manche Sachen wurden zugekauft. Gleich palettenweise spendeten heimische Firmen beispielsweise Brause­tabletten und Powerdrinktütchen. Zur Portionierung der Sachen stand ein Paket mit 1000 sogenannten Hemdchentragetaschen, die man aus Verbrauchermärkten kennt, zur Verfügung.

„Eine Firma dachte zudem an die einheimischen Kinder in Mali. So konnte auch ein großer Karton mit Springseilen, Buntstiften und anderen Sachen gepackt und auf die Reise nach Afrika geschickt werden“, berichtet Ewers weiter.

Dass vor dem Transport der Güter noch kurz der berüchtigte Amtsschimmel wieherte, jedoch zum Glück schnell beruhigt werden konnte, sieht das Team derer, die sich um die Aktion für die Soldaten in Mali gekümmert haben, rückblickend als beinahe erheiternd an. Um was es dabei ging, ist nach ihrer Ansicht nicht weiter der Rede wert. Viel wichtiger war es, dass nach ein paar Tagen der ersehnte Anruf kam: „Die Sendung ist hier in Mali gut angekommen und hat uns gewissermaßen im positiven Sinne regelrecht erschlagen. Danke!“

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