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Lippe will „Qualitätswanderregion“ werden – neue Infotafel am Steinbruch in Schlangen

Panoramen der Erdgeschichte

Schlangen

Der Kreis Lippe will zur „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ werden. Eine entsprechende Initiative hat die Lippe Tourismus und Marketing GmbH (LTM) ergriffen. Von großer Bedeutung für Wanderer sind ein durchgängiges Wegweisungssystem und Informationspunkte, die den Einstieg in eine Wandertour erleichtern. In Schlangen ist ein solcher Informationspunkt nun erneuert worden. Am Steinbruch im Langen Tal heißt es „Vom Kreidemeer zur Kalklandschaft“.

Von Uwe Hellberg

Erfreut über die schöne neue Tafel am Steinbruch: (von links) Carolin Bockhoff (Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge), Fotografin und Diplom-Designerin Annette Fischer und Bürgermeister Marcus Püster. Foto: Uwe Hellberg

Der Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge und die Gemeinde Schlangen sowie Fotografin und Diplom-Designerin Annette Fischer, die für die Texte auf der Tafel verantwortlich ist, zeigten sich vor wenigen Tagen erfreut über das Ergebnis der Neugestaltung.

Die Gemeinde hatte sich an den Zweckverband Naturpark gewandt, der bei der Koordination und Akquise von Fördermitteln behilflich war. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. Beantragt wurden Kosten von 2000 Euro, bewilligt wurde eine 70-prozentige Förderung. Den Restanteil trägt die Kommune. „Die alte Tafel sah nicht mehr schön aus“, so Bürgermeister Marcus Püster. Im Rahmen des andauernden Zertifizierungsprozesses werden derzeit vielerorts Infotafeln erneuert.

Die LTM sieht Lippe auf einem guten Weg zur „Qualitätsregion“. Auf der Homepage der LTM heißt es: „Auf dem Weg zur Qualitätswanderregion hat sich bereits viel getan. Bereits jetzt ist das überregional orientierte Kompetenzzentrum Wandern WALK auf dem Areal des Hermannsdenkmals in Detmold der zentrale Ort für Wanderer und alle, die sich mit dem Wandern befassen. Es wurde im Rahmen eines Förderprojektes des Landes NRW errichtet.“

Auf der neuen Infotafel erfährt der Wanderer unter anderem etwas über den Steinbruch Langes Tal, über Ammoniten und über Mosasaurier. Dort heißt es: „Steinbrüche gleichen Panoramen der Erdgeschichte. Noch vorhandene Aufschlüsse im Raum Schlangen verweisen auf die oberkreidezeitlichen Abschnitte Cenoman, Turon und – wie hier am Langen Tal – Coniac, das vor rund 89 Millionen Jahren begann und circa 2,5 Millionen Jahre dauerte. Die Datierung der Schichtenfolgen wird mit Hilfe sogenannter Leitfossilien vorgenommen, möglich ist allerdings nur eine Bestimmung des relativen Alters.“

Annette Fischer verweist auch auf das Zitat einer berühmten Schriftstellerin: „... steiniger Grund, der, wo man nur den Spaten einstößt, treffliches Baumaterial liefert ...“ Das ist Annette von Droste-Hülshoffs Beschreibung der Paderborner Hochfläche, der größten Karstlandschaft Westfalens. Deren nördlicher Ausläufer, Borchener Platten genannt, ragt bis ins östliche Gebiet der Gemeinde Schlangen hinein. Nach Osten und Nordosten hin schließt sich das vom Aufbau her vergleichbare Kohlstädter Kalkbergland an, das naturräumlich jedoch dem Westlichen Egge-Vorland zugeordnet wird.

Eine Qualitätswanderregion...

Annette Fischer erklärt auf der neugestalteten Infotafel auch ausführlich, wie wichtig der Kalk einst für die Region gewesen ist: „Ob Hausbau oder die Herstellung von Branntkalk: Der Kalkstein hatte im Raum Schlangen einst große Bedeutung.“

Am Eingang zum Langen Tal gab es bereits während der 1880er Jahre ein Kalkwerk; sein Betrieb währte bis zum Zweiten Weltkrieg. Werksbesitzer waren die Familien Bauerkämper und anschließend Kehne. Nach der Übernahme durch Fritz Klöpping wurden hier nur noch Steine für den Straßenbau gebrochen, später dienten Teile des Geländes als Bauschuttdeponie.

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