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In das neue Pfarrhaus in Schloß Neuhaus soll bereits sein Nachfolger einziehen

Pfarrer Scheiwe wird kürzer treten

Paderborn-Schloß Neuhaus

Ein modernes Pfarrhaus entsteht gerade an der Neuhäuser Kirchstraße. Stunde um Stunde hat Pfarrer Peter Scheiwe mit dem Kirchenvorstand, den Architekten, Vertretern von Erzbistum und Behörden an den Plänen für den Neubau gefeilt – einziehen wird der Pfarrer jedoch nicht.

Von Maike Stahl

PADERBORN, DEUTSCHLAND - März 2018: Pfarrer Peter Scheiwe Nach mehr als einjähriger Umbauphase wird die St. Michael in Kirche Sennelager wieder eröffnet. (Foto: Jörn Hannemann) Foto: Jörn Hannemann

„Ich habe mir das gut überlegt, aber ich glaube, es ist sinnvoller, wenn mein Nachfolger direkt einzieht“, sagt der Leiter der Pfarrei Heiliger Martin, in der seit 2016 die Gemeinen Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager und Mastbruch zusammen geschlossen sind. Gemeinsam mit dem Personalchef des Erzbistums sei er letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen sei, die Leitung der Pfarrei in jüngere Hände zu übergeben, berichtet Scheiwe, der im Mai seinen 65. Geburtstag feiert.

„Erzbischof Hans-Josef Becker hat meinen Rücktritt zum 1. Mai angenommen, so dass das das Verfahren zur Findung meines Nachfolgers in Gang gesetzt werden kann“, sagt Scheiwe. Er selbst wird noch weitere fünf Jahre im aktiven Dienst bleiben, dann allerdings in der St.-Liborius-Gemeinde Dechant Benedikt Fischer unterstützen. „Ich bin gerne weiterhin Priester, aber ich muss nicht mehr in der Leitungsverantwortung stehen“, begründet Scheiwe seinen Schritt. Er werde dann auch in die Innenstadt ziehen.

Seine Tätigkeit als langjähriger Sprecher der Notfallseelsorge der Stadt Paderborn hatte Scheiwe bereits im Mai 2017 in jüngere Hände gelegt, zum Jahreswechsel hat er nun auch seine Tätigkeit als Notfallseelsorger beendet.

„Man muss zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzbereit sein, das geht in meinem Alter nicht mehr“, sagt er. Bevor ihm in einer Akutsituation ein Fehler unterlaufe, habe er einen Schlussstrich gezogen.

Begonnen hatte Scheiwe, der vor 16 Jahren nach Schloß Neuhaus gekommen ist, als Notfallseelsorger bereits während seiner Zeit als Pastor in Wenden im Sauerland. „Ich war praktisch von Anfang mit dabei und habe die Notfallsorge in Paderborn mit aufgebaut“, sagt er, dem diese Aufgabe immer ein besonderes Anliegen gewesen ist.

Scheiwe hofft nun, dass sich bald ein Nachfolger findet, dem St. Martin ebenso ans Herz wächst wie ihm. „Aus meiner subjektiven Sicht ist das die schönste Pfarrei der Diözese mit der Residenzkirche der Paderborner Fürstbischöfe.“ Und wenn sich seine Nachfolge recht zügig klärt, habe das noch einen weiteren Vorteil für den neuen Leiter der Pfarrei: „Das Pfarrhaus soll gegen Ende des Jahres fertig werden. Eventuell hätte er dann noch die Gelegenheit, individuelle Wünsche einzubringen.“

Doch zunächst muss die Pfarrstelle ausgeschrieben werden. Aus den Bewerbern ernennt Erzbischof Hans-Josef Becker einen Nachfolger. Scheiwe selbst wird zum 1. Mai seinem Wunsch entsprechend entpflichtet.

Sollte die Nachfolge bis dahin nicht geklärt sein, werde das Generalvikariat für die Übergangszeit einen Leiter benennen. Der könnte dann theoretisch auch wieder Scheiwe heißen.

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