Segelflieger aus Borgentreich (61) stürzt über einem Waldstück ab

Pilot stirbt bei Flugzeugabsturz

Borgentreich

Ein Segelflugzeug ist am Sonntag im Stadtwald Hofgeismar bei Hümme abgestürzt. Der Pilot (61) aus Borgentreich erlitt tödliche Verletzungen.

Silvia Schonheim

„Der Wald hatte das abgestürzte Segelflugzeug quasi verschluckt“, berichtet Einsatzleiter Guido Scherp. Die Besatzung eines Rettungshubschraubers entdeckte die Unglücksstelle nach eineinhalbstündiger Suche, weil die Rotorblätter die Bäume durcheinander wirbelten und so den Blick auf Trümmerteile freigaben. Foto: Feuerwehr Hofgeismar

Mehrere Passanten hatten am Nachmittag gegen 14.40 Uhr übereinstimmend den Leitstellen der Feuerwehr sowie der Polizei berichtet, dass ein Segelflugzeug im Bereich eines Waldstückes bei Trendelburg, Ortsteil Eberschütz, abgestürzt sei. Feuerwehr und Polizei rückten mit einem großen Aufgebot aus.

„Da die Ortsangaben der Zeugen ungenau und unterschiedlich waren, hat die Suche nach der Absturzstelle eineinhalb Stunden gedauert“, berichtet Einsatzleiter Guido Scherp, Stadtbrandinspektor der Stadt Hofgeismar. Gesucht wurde aus der Luft per Hubschrauber und Drohnen. Feuerwehrkräfte fuhren am Boden die Waldwege mit ihren Fahrzeugen ab.

„Der Pilot war vom Segelflugplatz Hofgeismar-Hümme gestartet“, berichtet Matthias Mänz, Pressesprecher der Polizei Nordhessen. „Das Segelflugzeug stürzte nur wenige Minuten nach dem Start unweit des Segelfluggeländes ‚Dingel‘ über einem Waldgebiet ab“, berichtet Mänz. Derzeit gebe es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.

Feuerwehr und Polizei rückten mit einem großen Aufgebot aus. Auf der Suche nach der Absturzstelle suchten sie die Waldwege mit ihren Fahrzeugen ab. Foto: Feuerwehr Hofgeismar

Die weiteren Ermittlungen zur Absturzursache dauern an. Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung trafen am Sonntag um 20 Uhr an der Absturzstelle ein, um ihre Ermittlungen aufzunehmen.

Der Pilot aus Borgentreich war Mitglied im Luftsportverein Hofgeismar. Die Vorsitzende Ulrike Teichmann zeigte sich am Montag tief betroffen über das Unglück: „Das ist der erste tödliche Unfall in unserem Verein.“ Der 61-jährige Pilot sei seit mehreren Jahren förderndes Mitglied im Verein gewesen. „Er hat in den letzten Jahren in Süddeutschland gewohnt und ist dort geflogen. Seit kurzem war er aber auch bei uns wieder aktiv“, so Ulrike Teichmann.

Ulrike Teichmann

Das Flugwetter sei am Sonntag gut gewesen. Sie sei selbst geflogen. Die Flüge hätten am Sonntag zwischen zehn Minuten und zwei Stunden gedauert. Als der Borgentreicher am Nachmittag mit dem Vereinssegelflugzeug „ASW 24“ abhob, sei kein Streckenflug geplant gewesen. „Der Pilot wollte in der Umgebung bleiben“, berichtet die Vorsitzende. Das Segelflugzeug sei etwa 25 Jahre alt – „kein Alter“, sagt sie.

An der Absturzstelle waren Feuerwehrleute aus Hofgeismar, Hümme und Schöneberg sowie die Kameraden aus Borgen­treich mit ihrer Drohne vor Ort. Neben zwei Rettungswagen war unter anderem auch die Bergwacht Kassel alarmiert worden. Der Rettungshubschrauber „Christoph 44“ half bei der Personensuche. „Der Wald hatte das abgestürzte Segelflugzeug quasi verschluckt“, so Einsatzleiter Scherp. „Nur dadurch, dass der Hubschrauber mit seinen Rotorblättern die Äste und Blätter der Bäume auseinander wirbelte, konnte die Besatzung die Absturzstelle entdecken“, sagt der Stadtbrandinspektor.

Für den Piloten kam jede Hilfe zu spät

Beim Eintreffen der Helfer am Unglücksort hätten die Trümmerteile des Segelfliegers auf einer Fläche von 50 mal 50 Metern verstreut am Boden gelegen. Für den Piloten in der Kanzel sei jede Hilfe zu spät gekommen.

Die Feuerwehr übergab gegen 20.30 Uhr die Einsatzstelle an das THW Hofgeismar. „Das Technische Hilfswerk hat die Ausleuchtung des Absturzortes für die Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sowie die Nachtwache übernommen“, erläutert Scherp. Die Unfallaufnahme an der Absturzstelle dauerte am Montag an.

Startseite