1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Piumer Kartoffelmarkt erneut abgesagt

  6. >

Borgholzhausener Traditionsveranstaltung kann wieder nicht stattfinden

Piumer Kartoffelmarkt erneut abgesagt

Borgholzhausen

»Wir waren voller Tatendrang und hätten es gerne gemacht. Aber die Begrenzungen hätten nur Probleme und Motzerei verursacht«, sagt Jürgen Brömmelsiek vom Verkehrsverein Borgholzhausen. Schweren Herzens sei die Entscheidung intern gefallen, auch in diesem Jahr auf den Kartoffelmarkt zu verzichten.

Von Johannes Gerhards

Dieses Bauernpaar aus Stroh wird sich in diesem Jahr erneut etwas einsam fühlen. Es könnte es an exponierter Stelle an den ausgefallenen Kartoffelmarkt erinnern. Foto: Johannes Gerhards

Vor einigen Wochen haben sich die Organisatoren mit Bürgermeister und Ordnungsamt zusammen gesetzt, um die Möglichkeiten auszuloten. »Klar war damals und ist ja jetzt auch noch Gegenstand der Coronaschutzverordnung, dass solche Veranstaltungen eine Einlasskontrolle der 3G bedingen. Das ist beim Kartoffelmarkt in der Innenstadt nicht möglich«, sagt Bürgermeister Dirk Speckmann.

3G-Kontrolle nicht möglich

»Wir hätten einen Bauzaun um das Veranstaltungsgelände ziehen und an jedem Zugang Sicherheitspersonal zur Kontrolle der Besucher abstellen müssen«, konkretisiert Jürgen Brömmelsiek die Problematik. Darüber hinaus sei angesichts steigender Infektionszahlen weiterhin unklar gewesen, ob der Verzehr von Bratwurst und Bier an den Ständen möglich gewesen wäre.

Auch eine abgespeckte Version mit reduzierter Händler- und Besucherzahl auf der Natur- und Freilichtbühne im Bönkerschen Steinbruch verursache nur Kosten und biete nicht das gewohnte Flair, betont Jürgen Brömmelsiek. Maximal 400 Besucher hätten sich auf dem knapp einem halben Hektar großen Gelände aufhalten dürfen – kein Vergleich zu den tausenden Gästen, die normalerweise am dritten Septemberwochenende die Innenstadt von Borgholzhausen bevölkern.

Traurige Botschaft

So verkündet die schmale Meldung »Leider müssen wir unseren Kartoffelmarkt ein weiteres Mal coronabedingt ausfallen lassen« auf der Webseite des Verkehrsvereins die traurige Botschaft, verbunden mit einem hoffnungsvollen »Wir freuen uns, euch in 2022 wieder auf unserem Markt begrüßen zu dürfen«. Wie im letzten Jahr soll auch diesmal die Innenstadt besonders herbstlich geschmückt werden. Der Verkehrsverein sucht tatkräftige und talentierte ehrenamtliche Handwerker, die sich zutrauen, die normalerweise vor der Volksbank postierte alte Kutsche zu restaurieren.

Nach Angaben von Brömmelsiek hat das Elektrounternehmen Bollin einen Unterwagen gesponsert. Der soll jetzt mit dem oberen Kasten kombiniert werden, nachdem die Suche nach geeigneten Wagenrädern nicht den gewünschten Erfolg hatte. Und noch etwas liegt den Mitgliedern des Verkehrsvereins am Herzen: »Wir suchen dringend ein neues Trachtenpaar«. 2015 hatte der vor einem Jahr verstorbene Reinhard Kleimann gemeinsam mit Ehefrau Annette dieses schöne repräsentative Amt übernommen.

Überraschung geplant

Eine kleine Überraschung als Entschädigung scheint dennoch möglich. Mehr möchte Jürgen Brömmelsiek zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht verraten.

Startseite