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Produktionserweiterung bei Meierguss: Aktionsbündnis reicht umfassende Einwendungen ein und übt Kritik:

„Pläne so nicht genehmigungsfähig“

Rahden

Das Aktionsbündnis lebenswertes Rahden hat bei der Bezirksregierung eine umfassende Stellungnahme zur geplanten Produktionserweiterung von Meierguss eingereicht.

Die Eisengießerei Meier plant eine umfassende Produktionserweiterung. Das Aktionsbündnis befürchtet unter anderem die Zunahme gesundheitsgefährdender Emissionen, negative Auswirkungen auf das Klima und Wertverlust der Anlieger-Immobilien. Foto: Michael Nichau

„Nach Durcharbeiten der Unterlagen ist für uns die massive Erweiterung so nicht genehmigungsfähig“, sagt Aktionsbündnis-Sprecherin Marion Spreen.

In einer 18 Seiten umfassenden Einwendung listete das Aktionsbündnis akribisch diverse Kritikpunkte auf. „Unter anderem wurden bei der Feststellung der Schallvorbelastung und Schallgesamtbelastungen Firmen im näheren Umfeld einfach nicht beachtet“, teilt das Aktionsbündnis mit. Meierguss hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Auch sei das Berechnungsgebiet unberechtigterweise verkleinert worden. „So befindet sich das nächstgelegene Wasserschutzgebiet im Rahdener Ortsteils Wehe de facto in zirka 2,06 Kilometern Entfernung von der Industrieanlage“, sagt Marion Spreen. Gutachter des Unternehmens sprächen hingegen von einer Entfernung von zirka 3,5 Kilometern.

„Da die Umgebung im Radius von 2250 Metern zum Teil gar nicht untersucht worden ist, kann ohne diese Untersuchungsergebnisse nicht davon ausgegangen werden, dass eine Zusatzbelastung nur in der Nachbarschaft stattfindet“, kritisiert Vorstandsmitglied Daniela Ortgies. „Wir sind auf viele fachliche Fehler gestoßen. Insgesamt scheinen sich die meisten Gutachten auf ältere Berichte unter anderem aus dem Jahr 2015 zu beziehen. Es fehlt leider in vielen Bereichen eine aktuelle Bestandsaufnahme“, macht Ortgies deutlich.

Des Weiteren weist das Aktionsbündnis in der Stellungnahme auf die Zunahme des gesundheitsgefährdenden Verkehrslärms und gesundheitsgefährdende staubförmige Emissionen hin. In der Einwendung führt es darüber hinaus eine inakzeptabel hohe Steigerung des Wasserverbrauchs sowie eine enorme Steigerung der CO2-Emissionen auf. „Die Auswirkungen des Klimawandels werden wir alle spüren. In Trockenzeiten gibt es schon heute mit Einschränkungen im Wasserverbrauch“, sagt die Marion Spreen.

Am Mittwochabend hat das Aktionsbündnis im Rahdener Westfalen Hof seine Kritikpunkte mit der Nachbarschaft diskutiert. „Es gab breiten Zuspruch zu der umfassenden Stellungnahme“, berichtet die Sprecherin. „Die Anwohner treibt auch die Sorge um, dass sich durch die nächtliche Produktion der Immobilienwert des Eigenheims und damit auch ihre Altersvorsorge verringert.“

Noch bis zum Freitag, 16. Juli, kann jeder Einwohner eine Einwendung per Mail an dezernat53einwendungen@bezreg-detmold.nrw.de einreichen. Zur Erleichterung und als Richtschnur hat das Aktionsbündnis einen möglichen Musterbrief auf seiner Webseite www.aktionsbuendnis-rahden.de veröffentlicht.

„Wir haben darin acht Kritikpunkte aufgeführt. Wer mag, kann dieses als Vorlage nutzen und selber ergänzen“, erläutert Spreen. „Nur wer eine Einwendung einreicht, darf am weiteren Verfahren teilnehmen und zum Erörterungstermin gehen. Mit einer Einwendung sind keine Kosten verbunden“.

Während eine Kurzfassung in Form des Musterbriefes online gestellt wurde, ist die vollständige umfassende Stellungnahme nur an die Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde übermittelt worden. In der Langfassung sind zum einen persönlichen Daten aufgeführt worden. Außerdem will sich das Aktionsbündnis eine mögliche Klage gegen eine eventuelle Genehmigung vorbehalten.

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