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Zwölf Tatverdächtige in Gewahrsam genommen – Polizeidirektor will Drogenhandel rund ums Westerntor verhindern

Polizei geht gegen Drogenkriminalität in der Paderborner Innenstadt vor

Paderborn

Einsatz der Paderborner Polizei gegen Drogenkriminalität am Donnerstag: Schwerpunkt der umfangreichen Kontrollmaßnahmen waren die Bereiche des so genannten Westernmauerkarrees und der Brückengasse sowie die Bushaltestelle „Am Westerntor“, der Durchgang zur Westernmauer und die Alte Torgasse. Insgesamt zwölf Tatverdächtige wurden in Gewahrsam genommen.

Einer der Tatverdächtigen versuchte noch auf dem Hof der Polizei, vor den Augen der Beamten, mitgeführtes Marihuana in einem Gulli verschwinden zu lassen. Foto: Kreispolizeibehörde Paderborn

„In den letzten Wochen beobachteten Anlieger hier den zunehmenden Verkauf und Konsum von Betäubungsmitteln in Zugängen von Wohnkomplexen und Tiefgaragen sowie auf frei zugänglichen Hinterhöfen“, teilte die Polizei am Freitagvormittag mit. Zivile Ermittler bestätigten dies in den vergangen Wochen durch eigenen Beobachtungen. Eingesetzt waren Kräfte aus Paderborn und auch aus Bielefeld.

Ziel des Einsatzes am Donnerstag war es laut Polizei, Straßenhändler und deren Ankäufer zu identifizieren, um sie einer beweiskräftigen Strafverfolgung zuzuführen. Insgesamt zwölf Tatverdächtige wurden zwecks Überprüfung ihrer Personalien auf der Paderborner Wache in Gewahrsam genommen. Sechs Beschuldigte hatten geringe Mengen Marihuana dabei. Zwei Personen davon wurde der gewerbsmäßige Handel nachgewiesen, die anderen vier waren im Besitz des Rauschgifts. Entsprechende Strafverfahren wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden eingeleitet.

Landrat Christoph Rüther sagte: „Wir nehmen das Bedürfnis der Menschen nach Sichtbarkeit und Ansprechbarkeit der Polizei im öffentlichen Raum ernst. Darauf haben wir uns mit einer abgestimmten Einsatzkonzeption, die auf ein hohes Maß an Präsenz und Schwerpunktkontrollen im Innenstadtbereich setzt, eingestellt.“

Die Polizeikräfte sprachen sieben Betretungs- und Aufenthaltsverbote gegenüber polizeilich bereits bekannten Angehörigen der hiesigen Rauschgift-Szene aus. Sie erhalten ein dreimonatiges Betretungsverbot für das entsprechende Areal, bei Missachtung drohen den Beschuldigten ein entsprechendes Zwangsgeld und in letzter Konsequenz die Erzwingungshaft.

Unter den Tatverdächtigen war außerdem ein seit sechs Tagen vermisst gemeldeter Jugendlicher, der der entsprechenden Jugendeinrichtung überstellt wird. Zusätzlich stellten die Beamten acht Verstöße gegen die geltende Corona-Schutzverordnung fest.

Der neue Leitende Polizeidirektor Ulrich Ettler sagte: „Kontrollaktionen wie diese sind mir ein dringendes Anliegen. Dadurch wollen wir die Szene in dem Bereich aufhellen, um den Drogenhandel rund um den Brennpunkt Westerntor zu verhindern. Diesen Behördenschwerpunkt werden wir im Jahresverlauf entsprechend konsequent fortführen.“

Der Polizei war zuletzt Mitte März ein Schlag gegen den Drogenhandel in Paderborn gelungen, sechs Tatverdächtige im Alter zwischen 17 und 33 Jahren wurden in diesem Zusammenhang festgenommen. Auch Ende Dezember waren drei Dealer festgenommen worden. Die „Kunden“ bestellten bei ihnen telefonisch und wurden dann auf offener Straße bedient – teils im 15-Minuten-Takt. Vier Monate davor gab es einen Schlag gegen mutmaßliche Top-Drogendealer. Hinter einem Haus hatte sich ein regelrechter „Drive-in“ entwickelt. Die Kunden fuhren mit Fahrzeugen vor und wurde umgehend „bedient“. Fünf Männer wurden dabei im vergangenen August festgenommen.

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