1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Polizei warnt vor alten und neuen Betrugsmaschen

  6. >

Neue Welle an kriminellen Anrufen im Kreis Paderborn

Polizei warnt vor alten und neuen Betrugsmaschen

Paderborn

Mit alten und neuen Betrugsmaschen versuchen Kriminelle, telefonisch Beute zu machen. Am Telefon als Microsoft-Mitarbeiter, angeblicher Enkel, falscher Polizist oder „an einem tödlichen Unfall beteiligte Tochter“ sprechen die Täter geschickt und verängstigend mit ihren Opfern. Am Mobiltelefon schicken sie neuerdings fiese SMS, die eine Schadsoftware als „Voicemail“ tarnen und viel Ärger bereiten.

- -

Symbolbild. Foto: dpa

Einen Namen haben die bösen Botschaften schon länger: „Smishing“ Es vergeht kaum ein Tag, an dem betrügerische Anrufe bei Bürgern nicht nur im Kreis Paderborn eingehen. Betroffen ist das gesamte Bundesgebiet. In Wellen breiten sich neue Betrugsmaschen aus, während mit alten und eigentlich bekannten Betrügereien immer noch Beute gemacht wird. Bei Letzteren sind meistens Senioren betroffen.

Mit einem neueren Trick sind jetzt alle Nutzer von Handys im Fokus der Täter. Uns zwar per SMS. „Sie haben 1 neue Voicemail“ oder „1 neue Sprachnachricht empfangen“ verbunden mit einem Internet-Link aus Wörtern, Zahlen und Buchstaben, so zeigt sich die Nachricht auf dem Display des Smartphones. Klickt der Empfänger auf den Link öffnet sich eine Webseite. Dort wird zum Download einer App auffordert, die zum Anhören der Sprachnachricht notwendig sei. Doch mit der App laden sich die Opfer einen Trojaner auf ihr Handy. Über die Schadsoftware können Kriminelle im Anschluss auf die auf dem Handy gespeicherten Daten zugreifen, auch auf Konto- und Kreditkarteninformationen. Zudem verschickt das Handy die fiese SMS an andere Handys.

SMS-Welle mit Schneeballsystem

Ein 56-jähriger Paderborner, der diese SMS am Dienstag erhalten hatte und dem Link gefolgt war, bekam anschließend etliche Nachrichten von wütenden, unbekannten Personen die sich darüber beschwerten, dass er ihnen Sprachnachrichten schicken würde. Der Mann erstattete Anzeige bei der Polizei. Die Polizei warnt vor den SMS und rät, den Link auf keinen Fall anzuklicken, sondern die SMS umgehend zu löschen. Falls die App bereits installiert wurde, sollte das Telefon auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. Zugangsdaten zu Konten oder Bezahldiensten sollten sofort von einem anderen Gerät geändert werden. Weitere Informationen und Tipps sind im Internet eingestellt: www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen/aktuelles/detailansicht/was-ist-smishing/.

Vor einer ähnliche SMS-Welle mit Schneeballsystem hatte die Paderborner Polizei bereits im April gewarnt (Polizeibericht: www.presseportal.de/blaulicht/pm/55625/4884987). Damals wurden SMS verschickt, in denen keine Voicemail sondern die Ankunft eines Pakets angekündigt wurde. Der Effekt war der gleiche.

Keine Entwarnung gibt es bezüglich der Betrugsmaschen, vor der die Paderborner Polizei regelmäßig warnt. Am Mittwoch erhielt eine 92-jährige Frau in Elsen einen Anruf. Eine weibliche Stimme fragte nach „Mama“. Die Seniorin glaubte fast, ihre eigene Tochter am Telefon zu haben. Die „Tochter“ schockierte die 92-Jährige, sie habe in Paderborn einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Kind zu Tode gekommen sei. Sie werde in einer Polizeiwache festgehalten und benötige Bargeld, um gegen Kaution entlassen werden zu können. Es ging um 20.000 Euro. Glücklicherweise traf die Elsenerin in die Küche auf ihre Tochter, die auch nicht in einen Unfall verwickelt war.

Mehr als 2000 Euro futsch

Nicht so viel Glück hatte ein 77-jähriger Weweraner, der am Mittwoch an einen falschen Microsoft-Mitarbeiter geraten war. Während des Telefonats wegen eines Computerproblems fragte der mit indischem Akzent sprechende Täter Zugangsdaten ab und „hackte“ sich in den PC des Senioren. Ihm gelang es, mehr als 2000 Euro vom Bankkonto des Opfers auf ein Konto nach Estland zu überweisen. Zudem meldeten sich am Mittwoch Betroffene, die am Telefon Angebote zum Wechsel des Stromanbieters bekamen. Angeblich kamen die Anrufe vom örtlichen Stromversorger. Die dubiosen Anbieter versuchten, Daten zum derzeitigen Stromtarif des Angerufenen zu bekommen und wollten auch die Zählernummern wissen. Zuletzt hatte die Stadt Gütersloh am Dienstag vor solchen Anrufen gewarnt. Demnach geht es dabei nur darum, einen Vertrag bei einem anderen Stromanbieter abzuschließen. Die Tipps der Verbraucherzentrale: Werbeanrufe und Haustürbesuche können dazu führen, dass Sie ungewollt den Strom- oder Gasanbieter wechseln. Geben Sie niemals Ihre Zählernummer preis, wenn Sie nicht tatsächlich wechseln möchten. Wenn Ihnen ein Vertrag untergeschoben wurde, können Sie innerhalb von 14 Tagen widerrufen.

Startseite