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Opfer aus dem Kreis Paderborn verliert 4000 Euro, Geschädigter aus Lippe mittleren fünfstelligen Eurobetrag

Polizei warnt vor Betrügern am Telefon

Paderborn/Detmold

In den Kreises Paderborn und Lippe sind in den vergangenen Tagen wieder Telefonbetrüger als falsche Polizisten aktiv gewesen. „Aktuell gibt es zahlreiche kriminelle Anrufe in Paderborn selbst“, teilte Polizeisprecher Michael Biermann am Dienstag mit. Trotz aller Warnungen sei eine Seniorin am Freitag Opfer einer solchen Betrügerbande geworden. Mit der „Falsche Polizisten“-Masche erbeuteten die Täter mehrere tausend Euro.

Symbolbild. Foto: dpa

Am vergangenen Mittwoch hatte ein 59-jähriger Mann durch einen „Enkeltrick“ per WhatsApp 4000 Euro an Kriminelle verloren. Diese vollendeten Taten zeigen, dass die Täter äußerst geschickt und sehr gezielt vorgehen und nicht jede/jeder dem starken Druck der Betrüger gewachsen ist. Nicht selten wissen die Opfer sogar um die Betrugsmaschen und lassen sich trotzdem davon überzeugen, dass es sich bei dem aktuellen Anruf gerade nicht um einen Betrug handelt. „Egal ob der vermeintliche Enkel oder ein angeblicher Polizist am Apparat ist, wenn die Legende der Täter passt, übersteigt die Hilfsbereitschaft das Gefahrenbewusstsein“, so Michael Biermann.

Viele erkennen Betrugsversuche sofort

Am Dienstagvormittag meldeten sich nach Angaben der Polizei bereits gut ein Dutzend vermeintlicher Opfer aus Paderborn. Sie hatten die Betrugsversuche sofort erkannt und waren nicht auf die Täter eingegangen. Die Kriminellen hatten behauptet, von der Polizei zu sein. In der Nachbarschaft der Angerufenen sei eine ältere Dame ausgeraubt worden. Man habe einen Täter gefasst, Komplizen seien aber auf der Flucht. Bei dem Festgenommenen sei ein Zettel mit der Adresse des/der Angerufenen gefunden worden und diese befänden sich jetzt in großer Gefahr.

Falsche Klinikmitarbeiter am Telefon

Im Kreis Lippe meldeten sich in den vergangenen Tagen auch vermehrt falsche Klinikmitarbeiter am Telefon. Diese wollten die Menschen um Geld für vermeintliche Corona-Medikamente oder Impfungen für schwer erkrankte Angehörige prellen. Diese und weitere Maschen der Betrüger erläutert die Polizei auf der Homepage: lippe.polizei.nrw/artikel/vorsicht-vor-aktuellen-betrugsmaschen. Hier gibt es auch nützliche Tipps, die älteren Angehörigen näher gebracht werden sollten. Die meisten Lipperinnen und Lipper, die zuletzt angerufen wurden, hätten absolut richtig reagiert. Sie legten einfach den Telefonhörer auf.

Am Montag, 29. November, meldeten sich eine falsche Polizeibeamtin sowie ein angeblicher Oberstaatsanwalt telefonisch bei einem 81-jährigen Detmolder. Die Betrüger gaben an, dass die Tochter des Detmolders einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe.

Geld und Schmuck erbeutet

Nun müsse er bei der Staatsanwaltschaft eine Kaution hinterlegen, damit seine Tochter aus dem Gewahrsam entlassen werde. Gegen 15.15 Uhr erschien ein vermeintlicher Kurier der Staatsanwaltschaft an der Wohnanschrift. Der 81-Jährige übergab Bargeld in Höhe eines mittleren fünfstelligen Eurobetrages sowie hochwertigen Schmuck.

Der Geldabholer ist männlich, circa 35 bis 45 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß, hat schwarze Haare und ein gepflegtes Erscheinungsbild. Der Mann könnte aus Südeuropa stammen und trug eine schwarze Steppjacke und eine dunkle Jeans. Denkbare Aufenthaltsorte dieses Täters am Montagnachmittag sind die Hannoversche Straße, die Lüneburger Straße und die Marienstraße.

Möglicherweise wurde der Betrüger dort oder in einer der angrenzenden Straßen von einem Fahrzeug abgesetzt oder aufgenommen. Hinweise dazu nimmt das Kriminalkommissariat in Lemgo unter Telefon 05261/9330 entgegen.

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