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Hilfsgüter aus Höxter-Ottbergen erreichen die Menschen im Kriegsgebiet – große Dankbarkeit

Polizeieinsatz an der Grenze zur Ukraine

Höxter

Diese 30 Stunden im Transporter haben müde gemacht – aber auch sehr glücklich! Es ist für alle Beteiligten eine aufregende Zeit gewesen. Mit zwei Fahrzeugen (jeweils 3,5 Tonnen) haben sich vier Helfer aus dem Kreis Höxter auf den Weg gemacht, um die beim „Nahkauf Bielemeier“ in Höxter-Ottbergen gesammelten Hilfsgüter an die Grenze zum Kriegsgebiet (Ukraine) zu bringen.

Von Harald Iding

Auf der Rückreise haben Maik Scheidemann und Stefan Göllner (links) aus dem Kreis Höxter gleich noch eine ältere Dame mit ihrer Enkeltochter mit nach Warschau zu Verwandten mitgenommen. Foto: Privat

Es war schon fast wie im Krimi, also sie sich in der vergangenen Woche mit Einheimischen an der polnisch-ukrainischen Grenze trafen. Dort wurden sie von der polnischen Polizei gleich angehalten, die aber direkt Verständnis für die besondere Aktion aufgebracht und sie unterstützt habe.

Maik Scheidemann (46) sagte dem WESTFALEN-BLATT: „Unsere Hilfsgüter wurden auf dem Parkplatz, etwa 100 Meter hinter der Grenze, schnell umgeladen – von dort aus nach Lutsk gebracht und weitere Güter per Zug im Land verteilt.“ Die Deutschen seien aus Sicherheitsgründen in Polen geblieben, aber Helfer vor Ort fuhren die Transporter aus Höxter zu anderen Fahrzeugen, die in der Ukraine bereitgestanden haben. „Jeder Schritt wurde von den Hilfskräften dort dokumentiert, auch als die Kartons in Züge gebracht wurden“, lobt Scheidemann, Unternehmer aus Brakel, die Seriosität. Die Dankbarkeit sei groß.

Medizinische Güter erreichten Kiew, Babynahrung oder auch warme Kleidung verblieben in der ukrainischen Grenzregion, weil dort sehr viele Flüchtlinge unterwegs sind. Nach dem Artikel im WB sei die Resonanz hier überwältigend gewesen. Jeden Tag kamen und kommen viele Bürger, um etwas für die Ukraine zu spenden. André Bielemeier vom „Nahkauf“: „Auch die Bereitschaft, uns beim Sortieren zu helfen, ist super!“

Auf der ersten Hilfstour waren Maik Scheidemann, Stefan Göllner, David Bielemeier und ein ukrainischer Übersetzer dabei. Besonders gerührt habe die Helfer eine Einzelspende über 500 Euro: „Eine ältere Frau hatte einen Bombenangriff als Kind in Bochum miterlebt. Sie erzählte uns, wie schlimm das war – und in der Ukraine sein muss.“ Der Schützenverein in Bruchhausen sammelte spontan am Samstag auf seiner Versammlung 500 Euro ein. In den nächsten Tagen geht es wieder los – von Ottbergen in Richtung Grenzgebiet. Bielemeier: „Es wird dort noch so viel gebraucht!“

Über die aktuelle Entwicklung durch den russischen Angriff auf die Ukraine halten wir Sie in unserem Liveticker auf dem Laufenden.

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