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Nach Widerspruch gegen die Erhöhung Ende 2020: Prinzipien der Wasserpreiskalkulation in Höxter überarbeitet

Preise sollen jetzt gerechter werden

Höxter

Nach dem Widerspruch gegen die Preiserhöhung Ende 2020 sind die Prinzipien der Wasserpreiskalkulation in Höxter jetzt überarbeitet und in der Aufsichtsratssitzung vom GWH-Aufsichtsrat neu beschlossen worden.

Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH. Foto: GWH

Umfangreiche Investitionen in eine zukunftsfeste Infrastruktur, die Berücksichtigung von Klima- und Ressourcenschutz sowie steigende Anforderungen an Digitalisierung und Sicherheit: Die immer komplexer werdenden Rahmenbedingungen einer zuverlässigen Trinkwasserversorgung führten im vergangenen Jahr zu einem Anstieg der Höxteraner Wasserpreise. Gegen den Umfang dieser Preiserhöhung organisierte sich Widerspruch. Die Gas- und Wasserversorgung Höxter hat nun die Prinzipien der Wasserpreiskalkulation überarbeitet und die notwendige Preiserhöhung modifiziert.

„Von zentraler Bedeutung für eine funktionierende Wasserversorgung sind neben den täglichen Anforderungen so an Wasserqualität, Instandhaltung und Kundenservice auch zukunftsgerichtete Investitionen in das Wasserversorgungsnetz sowie die Trinkwasserspeicher. Als örtliches Versorgungsunternehmen haben wir ein klares Bild unserer Aufgaben für mindestens die kommenden zehn Jahre – wir legen heute die Grundsteine für die Wasserinfrastruktur der Zukunft“, begründet Matthias Bieler, Geschäftsführer der Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH, nochmals die zum 1. Januar 2021 vorgenommene Wasserpreisanpassung.

Neukalkulation wurde notwendig

Nachdem der Wasserpreis in Höxter seit 2010 über einen langen Zeitraum konstant war, wurde eine Neukalkulation notwendig. Diese fand nach dem Leitfaden zur Wasserpreiskalkulation vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (bdew) im rechtlich zulässigen und notwendigen Rahmen statt.

Bieler betont, dass der Wasserpreis 2021 im rechtlich möglichen Rahmen ermittelt wurde, auch unter Berücksichtigung der deutlichen und weiterhin nicht absehbaren Kostensteigerungen vor allem im Investitionsbereich.

„Den Widerspruch gegen die Preiserhöhungen haben wir aber zum Anlass genommen, die Wasserpreiskalkulation zu überarbeiten und nach Möglichkeiten der Modifizierung zu suchen“, erläutert Matthias Bieler und verweist hierbei auch auf konstruktive Gespräche mit der Interessensgemeinschaft der Widerspruchsführer.

Wasserpreis muss einen Gewinn erwirtschaften

Die Kundinnen und Kunden müssen wissen: Über den Wasserpreis werden sämtliche anfallende Kosten bei der Trinkwasserversorgung und natürlich auch die Kosten für zwingend notwendige Investitionen in die Wasserinfrastruktur abgebildet. Zusätzlich muss über den Wasserpreis auch nach den rechtlichen Vorgaben ein Gewinn erwirtschaftet werden. Diese und noch weitere rechtliche Vorgaben sind bei der Findung des Wasserpreises zu berücksichtigen.

In 2021 war eine größere notwendige Investitionsmaßnahme, der Neubau des Trinkwasserspeichers Triftweg, geplant. Aus verschiedenen Gründen konnte diese Maßnahme nicht in 2021 realisiert werden.

„Auch aus diesem Grund haben wir die Grundlagen für den Wasserpreis 2021 geprüft, nach Möglichkeiten der Modifizierung gesucht und so die Wasserpreiskalkulation überarbeitet“ erläutert Matthias Bieler.

Preisstabil für viele Jahre

„In den jetzt neuen Prinzipien für die Wasserpreiskalkulation wurde ein Ausgleichsmechanismus eingebaut um die Höxteraner Wasserkunden mit dem tatsächlich notwendigen Preis zu belasten. Beträge, die hierüber hinaus eingenommen werden, gehen den Kundinnen und Kunden nicht verloren, sondern kommen ihnen in den Folgejahren durch die Preisstabilität zugute“ erklärt Prokurist Sönke Verwohl. Deutlich wird dies zum Beispiel an der Investition zum Neubau des Trinkwasserspeichers Triftweg in Höxter. Diese Maßnahme war eigentlich 2021 geplant.

Im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung wurde in diesem Bereich die unter Naturschutz stehende Haselmaus entdeckt. „Zum Schutz unserer Umwelt hat die Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH erfolgreich eine Umsiedelung veranlasst. Dies hat den Baubeginn des Speichers um ein Jahr verzögert. Durch die Verzögerung des Baubeginns verschieben sich die damit entstandenen Kosten um ein Jahr“, erklärt Matthias Bieler den Ausgleichsmechanismus in der Preiskalkulation.

„Preissteigerungen gefallen gerade in der jetzigen Zeit niemandem. Wichtig ist allerdings, dass die Trinkwasserversorgung durch die notwendigen Investitionen in die Wasserinfrastruktur für die Höxteraner gesichert ist“, stellt Kreisstadt-Bürgermeister Daniel Hartmann als Aufsichtsratsvorsitzender der Gas- und Wasserversorgung Höxter GmbH fest. „Ich bin davon überzeugt, dass die jetzt vorgenommene Modifizierung den Wasserpreis in Höxter noch gerechter macht, denn niemand wird über Gebühr einen Wasserpreis zahlen müssen.“

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