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Altstadt-Kaufleute in Bielefeld bekommen Unterstützung

„Pro Bielefeld“ und Verkehrsverein kritisieren Waldhof-Sperrung

Bielefeld

Der Vorstand der Initiative „Bielefelder Konsens - Pro Bielefeld“ begrüßt das Projekt „altstadt.raum“, kritisiert aber die geplante Sperrung der Straße „Waldhof“ in Bielefeld. Auch der Verkehrsverein Bielefeld unterstützt die Altstadt-Kaufleute.

Die Altstadt-Kaufleute haben ein Zeichen gesetzt und den Waldhof gesperrt – um auf die ihrer Meinung nach falsche Maßnahme aufmerksam zu machen. Jetzt bekommen sie Unterstützung vom „Bielefelder Konsens - Pro Bielefeld“. Foto: Thomas F. Starke

Vor allem die Einbeziehung vieler Akteure in einem breiten Beteiligungsverfahren in der frühen Phase des Projektes beurteilt der Vorstand von „Pro Bielefeld“ als angemessen und gelungen. „Umso mehr überrascht jetzt die vorgesehene Testphase der Sperrung am Waldhof und dabei insbesondere deren Verlängerung über den Winter bis 2022 hinaus,“ heißt es in einer Mitteilung.

Gerade nach der langen Zeit Covid-bedingter Reduzierungen sollte es doch das Ziel sein, „ohne weitere Einschränkungen eine Belebung der Innenstadt zu erreichen, zumal andere den Verkehr ohnehin beeinträchtigende Maßnahmen (Jahnplatz) noch nicht abgeschlossen sind. Insofern schließen wir uns ausdrücklich dem Votum der Kaufmannschaft Altstadt an und plädieren für eine Verschiebung, zumindest aber eine Reduzierung auf den ursprünglich vorgesehenen Testzeitraum.

Der Vorstand der Initiative „Bielefelder Konsens - Pro Bielefeld“ geht davon aus, „dass sich die Sperrung des Waldhofs wegen der aktuellen Nutzungsnotwendigkeiten als wenig sinnvoll erwiesen wird.“

Altstadtversuch: Ja, Waldhofschließung: Nein. Der Bielefelder Verkehrsverein fordert Testphase mit Augenmaß. Eine Schließung des Waldhofes bis Februar 2022 gefährdet Handel und Gastronomie in der Bielefelder Altstadt und ist eine Absage an die Bürgerbeteiligung – zu diesem Ergebnis kommen die Vorstandsmitglieder des Bielefelder Verkehrsvereins.

Sie reagieren damit auf die Pläne der Bielefelder Politik und die Reaktionen der Kaufleute in der Bielefelder Innenstadt in der vergangenen Woche. Die Vorsitzende des Verkehrsvereins Ursula Pasch macht klar: „Wir sehen das Projekt altstadt.raum selbst als eine enorme Chance für die Altstadt. In einem vorbildlichen Beteiligungsprozess wurden viele Ideen zusammengetragen, die wir absolut unterstützen können. Wir freuen uns auf die Testphase!“

Umstritten sei jedoch die Schließung des Waldhofs. Gerade für Besucher aus dem Umland sei diese Zufahrt zu den Parkhäusern der Altstadt von zentraler Bedeutung. Diese machen laut Handelsverband mehr als 30 Prozent der gesamten Kaufkraft aus.

Unverständlich sei zudem die künstliche Verlängerung der Testphase über den gesamten Winter hinweg. „Damit setzt man sich letztlich über die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung und der Bezirksvertretung Mitte hinweg und kündigt den Konsens der beteiligten Akteure auf“, gibt Ursula Pasch nach einem intensiven Austausch mit den Vorstandsmitgliedern des Verkehrsvereins zu bedenken.

Die Ratsmehrheit wird aufgefordert, das Projekt altstadt.raum als Chance zu einem konstruktiven Dialog mit Handelsverband, Kaufmannschaft, Dehoga und weiteren Initiativen zu sehen und eine Testphase auf Augenmaß zu beschließen. Die Sperrungen von Ritterstraße und Hagenbruchstraße verbunden mit gastronomische Konzepten und Erlebnismeilen seien daher eine Chance, die Altstadt auch für Besucher attraktiver zu machen.

Gleichzeitig müsse die Altstadt aber weiterhin für alle relevanten Verkehrsträger offenbleiben. „Lassen Sie Waldhof als Eingangstor zur Altstadt für alle Verkehrsteilnehmer offen und geben Sie damit altstadt.raum auch die reale Chance, im Testmodus von Bevölkerung, Kaufleuten und Besuchern akzeptiert zu werden!“, so das Plädoyer an den Bielefelder Rat, der am Donnerstag entscheiden will.

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