Anwohner am Unteren Steinweg in Steinhagen befürchten Verkehrschaos

Protest gegen Schulbau

Steinhagen

Protest gegen den geplanten Neubau der Georg-Müller-Schule kommt jetzt von Anwohnern des Unteren Steinwegs, der Osterfeldstraße und Erfurter Straße.

Von Annemarie Bluhm-Weinhold

Ursula Reuter (links), Annette Klemp und Rolf-Herbert Klar weisen auf die enge Situation auf dem Unteren Steinweg vor der Einfahrt zur Schule (rechts im Bild) hin - und auf den pinkfarbenen Messpunkt auf der Straße, die Grundstücksgrenze. Foto: Bluhm-Weinhold

Sie befürchten durch den Baustellenverkehr für mehr als ein Jahr ein noch höheres Verkehrsaufkommen als im normalen Schulbetrieb – schon die Menge an Elterntaxis und Schulbussen ist in ihren Augen höchst problematisch auf der schmalen Straße. „Der Verkehr wird hier drastisch zunehmen mit Lkw mit zum Teil großen Betonfertigteilen, mit Baggern und Zulieferfahrzeugen“, sagt Rolf-Herbert Klar.

Es gibt keinen Bürgersteig und keinen Fahrradweg: „Wir sehen die Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen, als besonders gefährdet an“, so Klar. Denn vielfach müssen die Autos und Busse auf Randstreifen und Bankett ausweichen. Ihre Forderung: „Wir wollen das Gefährdungspotenzial auf Null minimiert sehen.“ Ein Infoabend, zu dem die Schule eingeladen hatte, habe nicht weitergeholfen, finden die Anwohner.

Mit einer Eingabe haben sich an die 20 Anwohner im April an das Bauordnungsamt des Kreises und an die Gemeinde gewendet. In dieser stellen sie unter anderem die Frage nach der Verhältnismäßigkeit eines Ersatzneubaus. Zwar soll die Schule nicht in der Schülerzahl wachsen, aber Anwohnerin Annette Klemp sagt: „Die Georg-Müller-Schule ist als zweizügige Schule entstanden. Das ist in Ordnung. Aber schon die jetzige Dreizügigkeit sprengt den Rahmen der Verkehrsverhältnisse.“ Die Kinder kommen mit Bus oder Auto aus anderen Kommunen – nur ein Teil aus Steinhagen.

Rolf-Herbert Klar macht deutlich: „Die Straße verläuft zu einem großen Teil auf Privatgrund.“ Das hat sich historisch irgendwie entwickelt und ist erst jetzt aufgefallen. Die Anwohner haben ihre Grundstücke deshalb am Dienstag neu einmessen lassen – Ergebnis: Die Straße müsste eigentlich um einiges schmaler sein, im unteren Teil Richtung Lange Straße verläuft der Untere Steinweg komplett über Privatgrund.

Unterer Steinweg ist ein Wirtschaftsweg

Im Steinhagener Bauamt weiß man das. „Der Untere Steinweg ist ein Wirtschaftsweg, für Fußgänger und Radfahrer nicht optimal“, sagt Bauamtsleiter Stephan Walter. Die Gemeinde hatte das vor Jahren ändern und einen Radweg anlegen lassen wollen. Das scheiterte an Grundstücksverhandlungen. Die Bauvoranfrage für das neue Schulgebäude ist positiv beschieden worden. Allerdings hat die Gemeinde in ihrer Stellungnahme ein Verkehrsgutachten, zudem ein Konzept für den Baustellenverkehr gefordert.

Christina Nöh, stellvertretende Schulleiterin, weiß um die Verkehrsprobleme: „Morgens zwischen 7.45 und 8.15 Uhr und auch mittags ist hier Trubel. Das Nadelöhr ist unsere schmale Einfahrt sowie der Parkplatz und die Busschleife. Daran arbeiten wir.“ Der Schule sei daran gelegen, gemeinsam mit den Nachbarn eine Lösung zu finden. Sie sagt auch: „Wegen der Maskenpflicht in den Bussen bringen derzeit mehr Eltern ihre Kinder selbst.“

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