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Paderborner Bernhard Potthoff mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet

Radfahrer aus Leidenschaft und mit Engagement

Paderborn

In den Monaten der Pandemie ist Fahrradfahren so etwas wie der neue Volkssport geworden. Eine Entwicklung, die dem überzeugten Zweiradfahrer Bernhard Potthoff aus Paderborn sicherlich ein Lächeln auf das Gesicht zaubert. Seit mehr als 40 Jahren engagiert er sich ehrenamtlich für den Radsport und hat viele Menschen dafür begeistern können. Für seine herausragenden Leistungen ist Potthoff nun das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen worden.

Landrat Christoph Rüther (links) bei der Verleihung des Verdienstkreuzes an Bernhard Potthoff im Beisein von dessen Ehefrau Gabriele und Paderborns Bürgermeister Michael Dreier am Donnerstag im Kreishaus. Foto: Meike Delang

Landrat Christoph Rüther überreichte am Donnerstag im Rahmen einer Feierstunde im Kreishaus die Ordensinsignien. „Freunde und Weggefährten beschreiben Sie als einen ‚Macher‘ mit gleichzeitig freundlicher und wertschätzender Art“, sagte Landrat Rüther während der Feierstunde. Radfahren ist bei den Potthoffs quasi Familiensache. Bereits der Schwiegervater gründete in den 70er Jahren eine der bedeutendsten Amateurrundfahrten Europas.

Bernhard Potthoff engagierte sich nicht nur jahrzehntelang auf regionaler, Landes- und Bundesebene für den Radsport, er stieg auch regelmäßig selbst in die Pedale und nahm zusammen mit einem seiner zwei Söhnen an zahlreichen Wettkämpfen in ganz Nordrhein-Westfalen teil. Er versammelte Radfreunde aus allerlei Ländern zu mehreren internationalen OWL-Rundfahrten in den Kreis Paderborn und seine Nachbarkreise. Auch die Organisation der Rad-Bundesliga-Rennen auf dem „Bilster Berg“ sowie das „NRW-Radfest“ 2017 in Bielefeld lag überwiegend in seinen Händen.

Schiedsrichter im Radsport

1978 trat der 1949 in Olsberg geborene Potthoff dem Radsportverband NRW sowie beim Bund Deutscher Radfahrer ein. Im selben Jahr absolvierte er eine Ausbildung zum Kommissär – dem Schiedsrichter im Radsport – auf Landesebene. Seit 1990 übernahm er die Funktion als nationaler Kommissär des Weltradsportverbandes UCI. Während dieser Zeit leistete er als UCI-Kommissär mehr als 40 Deutsche Meisterschaften im Bereich Rennsport Straße/Bahn/Cross, war Antidoping-Kommissär und zudem verantwortlich bei etwa 150 Rad-Bundesliga-Rennen. Für den Bund Deutscher Radfahrer bildete er nationale Kommissäre aus und übernahm viele weitere ehrenamtliche Aufgaben für den Verein. Unter anderem wurde er vom BDR zum stellvertretenden Vorsitzenden des Bundessport- und Schiedsgerichtes sowie des Bundesrechtsausschusses berufen. Im März 2017 wurde der Geehrte einstimmig zum Präsidenten des Radsportverbandes NRW gewählt. Ein Amt, aus dem er gesundheitsbedingt zwei Jahre später ausscheiden musste.

„Uneigennützig und vorbildlich für die Allgemeinheit“

„Sie haben den Radsport auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene maßgeblich geprägt. Mehr als vier Jahrzehnte engagierten Sie sich uneigennützig und vorbildlich für die Allgemeinheit. Der Dank vieler Radsportbegeisterter war und ist Ihnen sicher“, betonte Rüther in seiner Laudatio.

Potthoff ist verheiratet, Vater zweier Söhne und mittlerweile mehrfacher Großvater. Beruflich war er leitender Angestellter bei der Firma Siemens-Nixdorf. Bei seinem großen Engagement auf Landes- und Bundesebene vergaß er aber auch seine Heimat nicht. Seit 1981 ist er Mitglied des Radsportvereins RMC Schloß Neuhaus und war von 1988 bis 1997 dessen erster Vorsitzender.

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