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Infektion der Atemwege auch in OWL stark verbreitet – Anzeichen: Husten und Fieber

RS-Virus macht viele Kleinkinder krank

Bielefeld/Paderborn

Viele Eltern sind alarmiert: Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) führen dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge insbesondere bei Kleinkindern vermehrt zu Erkrankungen und Krankenhauseinweisungen.

Unter Kleinkindern grassiert derzeit das RS-Virus. Foto: dpa

In den kommenden Wochen sei mit weiter steigenden Zahlen zu rechnen, heißt es im RKI-Wochenbericht. Der Kinder-Intensiv- und Notfallmediziner Florian Hoffmann aus München sagte zur Entwicklung bei Kleinkindern: „Es ist keine Kurve mehr, sondern die Werte gehen senkrecht nach oben.“ Bayern war zuerst betroffen, mittlerweile ist das Virus auch in NRW angekommen.

Auch die Paderborner Kinderklinik St. Louise blickt mit Sorge auf die nächsten Wintermonate. Das RS-Virus grassiere derzeit stark, viele Säuglinge seien auf Atemhilfe angewiesen. Wie auch die anderen Kinderkliniken in der Region sei sie derzeit überdurchschnittlich stark ausgelastet, heißt es aus der Klinik.

„Wir haben es in diesem Jahr mit einer heftigen Infektionswelle zu tun. Diese ist sicher auch anteilig mit den pandemiebedingten Schutzmaßnahmen und dem dadurch mangelnden immunologischen Training unserer kleinen Patienten zu erklären“, erläutert Dr. Friedrich Ebinger, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Die pädia­trische Notaufnahme sei geprägt von einer stark ansteigenden Zahl von Patientenkontakten. „Derzeit müssen sich Eltern auf sehr lange Wartezeiten einstellen. Dabei werden die akut und schwer kranken Patienten zuerst versorgt. Bei geringen oder chronischen Beschwerden dauert es leider oft entsprechend länger“, so Ebinger.

Dr. Marcus Heidemann aus Bielefeld, Vorsitzender des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Westfalen-Lippe, warnt, dass das RS-Virus in ganz OWL „vor der Tür stehe“.

Bei RSV kann es sich um eine einfache Atemwegsinfektion handeln, aber auch schwere Verläufe sind möglich. Zu Risikopatienten zählt das RKI zum Beispiel Frühgeborene und Kinder mit Lungen-Vorerkrankungen. Neben Fieber und Husten ist ein weiteres Anzeichen, wenn das Kind müder wirkt als man es sonst kennt. Auch Probleme beim Füttern sollten Eltern ernstnehmen. Hoffnung gibt der schon zugelassene Impfstoff Nirsevimab, zu dem gerade eine europaweite Beobachtungsstudie läuft.

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