1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Schlag gegen mutmaßliche Drogenbande

  6. >

Razzien in Detmold und Oerlinghausen: Polizei nimmt sechs Verdächtige fest

Schlag gegen mutmaßliche Drogenbande

Detmold/Oerlinghausen

Die Polizei hat im Kreis Lippe eine mutmaßliche Drogenbande hochgenommen. Bei Razzien in Detmold, Oerlinghausen und Aerzen (Hameln-Pyrmont) sind am frühen Mittwochmorgen sechs Personen festgenommen worden.

Auch in diesem Haus in Detmold untersuchten Polizisten seit 6 Uhr die Wohnung eines Verdächtigen. Foto: Christian Althoff

Eine Ermittlungskommission der Kriminalpolizei Detmold hat insgesamt zehn Objekte in Detmold, Oerlinghausen und Aerzen durchsucht. Als Beweismittel wurden Drogen und Bargeld sichergestellt. Der Einsatz wird von der Staatsanwaltschaft Detmold und der Polizei Bielefeld als Erfolg gegen die organisierte Rauschgiftkriminalität nach Auswertung von „Encrochat“-Daten beurteilt. Die Ermittlungen werden durch die Staatsanwaltschaft Detmold geführt.

Im Fokus der Ermittler steht eine Tätergruppe, die in großem Umfang mit Betäubungsmitteln aller Art handeln soll. Als Köpfe der Gruppierung konnten ein 29- und ein 38-Jähriger ermittelt werden. Das Rauschgift sollen sie sowohl aus dem Inland, als auch aus dem Ausland beschafft und dann in der Region in Umlauf gebracht oder als Großhändler an Abnehmer in Ostdeutschland weiterverkauft haben.

Fünf U-Haftbefehle im Vorfeld erlassen

Gegen insgesamt fünf Tatverdächtige hatte das Amtsgericht Detmold im Vorfeld der Maßnahmen Untersuchungshaftbefehle erlassen. Diese konnten am Mittwoch in Wohnungen an den Einsatzorten vollstreckt werden. Zudem wurde eine weitere Tatverdächtige vorläufig festgenommen.

Im Rahmen der Durchsuchungen, bei denen Rauschgiftspürhunde eingesetzt wurden, fanden die Ermittler diverse synthetische Drogen im Grammbereich und mehrere tausend Euro Bargeld. Außerdem wurden drei verschlossene Koffer aufgefunden, die zunächst auf Spuren untersucht werden sollen, bevor sie geöffnet werden.

„Encrochat“ war Ausgangspunkt

Ausgangspunkt der Ermittlungen waren von französischen und niederländischen Ermittlern sichergestellte Chatprotokolle des selbst im Untergrund agierenden Krypto-Handy-Anbieters „Encrochat“. Obwohl „Encrochat“ seine Dienste nach Öffentlichwerden der Ermittlungen im Juni 2020 einstellte und seine Kunden aufforderte, die Smartphones zu vernichten, setzte die Lipper Bande den Betäubungsmittelhandel bis zu den heutigen Festnahmen fort. Erst vor wenigen Wochen hatten die Ermittler in Bad Oeynhausen zugeschlagen.

Startseite