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Akutschmerzdienst am Paderborner Brüderkrankenhaus St. Josef erneut zertifiziert

„Schmerz hat viele Gesichter“

Paderborn

Sabrina Witte, Sigrid Brand-Rempe, Nicole Busch und Renate Wassing haben meistens gute Laune. Das Quartett versprüht Tatendrang und Optimismus. Dabei haben die Schmerz-Expertinnen des Brüderkrankenhauses St. Josef Paderborn tagtäglich mit ernstzunehmenden Problemen zu tun.

Nicole Busch, Sabrina Witte, Sigrid Brand-Rempe und Renate Wassing (von links) sind spezialisiert auf die Behandlung von Schmerzen. Foto:

Sie versorgen Patienten, die unter Schmerzen leiden. Am 1. Juni ist der Aktionstag gegen den Schmerz.

„Schmerz hat viele Gesichter“, sagt Renate Wassing: Damit aus akuten Schmerzen nicht chronische Schmerzen werden, gibt es im Brüderkrankenhaus den Akutschmerzdienst. Dieser Dienst wurde kürzlich erneut zertifiziert. Die vier ausgebildeten pflegerischen Schmerzexpertinnen arbeiten eng mit den Ärzten der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie rund um PD Dr. Torsten Meier zusammen. Sie sind Schnittstelle zwischen Patienten und Ärzten und abteilungsübergreifend tätig.

So kümmern sie sich beispielsweise um Patienten, die gerade eine OP hinter sich haben oder um Menschen, die aufgrund einer Tumorerkrankung Schmerzen haben. Neben der Begleitung der medikamentösen Therapien nehmen die Schmerzexpertinnen sensibel zwischenmenschliche Signale der ihnen Anvertrauten wahr. Sabrina Witte sagt: „Wir sind darin geschult, die angespannte Mimik der Patienten zu sehen, ebenso deren unnatürliche Körperhaltung, die manche Patienten einnehmen, um Schmerzen zu lindern.“

Darüber hinaus wissen die Expertinnen, wie man Schmerzen von demenziell erkrankten Patienten, Wachkoma- oder beatmeten Patienten misst, ebenso von geistig behinderten Menschen.

Auf einer Skala, der sogenannten NRS-Skala (numerische Analogskala), wird der Schmerz dingfest gemacht. Die Dokumentation ist ein wichtiger Baustein des Akutschmerzdienstes.

„Viele Patienten neigen dazu, ihre Schmerzen zu verschweigen“, sagen Nicole Busch und Sigrid Brand-Rempe. Sie nennen dafür unterschiedliche Grün­de: „So fürchten sich einige Patienten sich, zu starke ­Medikamente zu bekommen oder abhängig zu werden. Einige denken, dass Schmerzen, beispielsweise nach einer Operation, normal seien.“

Am Aktionstag gegen den Schmerz steht Eveline Löseke, Bereichsleiterin Pflege, telefonisch von 10 bis 11 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800/1818120 für Fragen zur Verfügung.

Oberärztin Dr. Indira Ruch leitet den Akutschmerzdienst. Foto: Gerd Vieler

Akutschmerzdienst

Seit 20 Jahren arbeitet ein Team von Schmerz-Spezialisten im Brüderkrankenhaus. 2015 wurde der Akutschmerzdienst erstmals zertifiziert. „Wir arbeiten nach Leitlinien, die eine Behandlung nach etablierten und bewährten Standards beinhaltet und personelle und organisatorische Vorgaben voraussetzt“, sagt Dr. Indira Ruch, Oberärztin in der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie und Ärztliche Leiterin des Akutschmerzdienstes.

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