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Mehr als 6000 widerstandsfähig Bäume sorgen für Artenvielfalt und erhalten in Neuenheerse die Nutzholz-Erzeugung

Schnadgänger erkunden Fortschritte im Stiftswald

Bad Driburg-Neuenheerse

Wer in den vergangenen Jahren durch die heimischen Wälder gewandert ist, der konnte die massiven Schäden an den Nadelbäumen, die der Borkenkäfer verursacht hat, gar nicht übersehen. Die Folge aus dem Käferfraß war ein massives Abholzen, um noch bestehende Baumbestände zu schützen.

Wilfried Drüke (links) informierte über die Wiederbewaldung. Er hofft, dass sich die gepflanzten Bäume als widerstandsfähig gegen die Klimaschwankungen erweisen werden. Foto: Heiko Bulk

Das war für Franz-Josef Nöltker, Vorsitzender der Abteilung Neuenheerse des Eggegebirgsvereins, ein Grund, interessierte Neuenheerser Bürger und deren Gäste beim Schnadgang in den Stiftswald zu führen.

„Die Lage ist dramatisch, unsere Wälder sind krank“, erklärte Wilfried Drüke, ehrenamtlicher Förster im Stiftswald den Anwesenden: „Aber wir haben nach dem Abräumen der abgestorbenen Bäume mit der Wiederaufforstung bereits im letzten Jahr begonnen“.

Mehr als 6000 Bäume – darunter Weißtannen, Große Küstentannen, Europäische Lärchen, Douglasien, Schwarzkiefern, Atlaszedern, Buchen, Winterlinden, Walnusssträucher, Edelkastanien und Wildkirschen – wurden gepflanzt und sollen den Stiftswald der Zukunft bilden.

Über die Entwicklung der neuen Waldgeneration wacht der berufserfahrene Förster im Ruhestand persönlich. „Ich bin gegenwärtig mit den vielen Waldaktionen zufrieden“, zieht Drüke ein erstes Resümee.

Ehrenamtlich will der ehemalige Förster des Regionalforstamtes Hochstift in Neuenheerse für eine naturgemäße Waldwirtschaft sorgen.

Er setzt bei der Wiederaufforstung auf verschiedene Holzarten, die erfahrungsgemäß erwarten lassen, dass sie auch künftige trockene und warme Jahre schadlos überstehen und somit einen klimastabilen Wald erzeugen.

Der Förster: „Ein vorstellbares Risiko, das durch den Klimawandel entstehen könnte, wurde durch diese Maßnahme erheblich minimiert.“ Der Wald-Fachmann sprich daher von Resilienz und hofft, dass sich der jahrzehntelange Entwicklungsprozess bei den zu erwartenden Klimaschwankungen als widerstandsfähig erweist und zu guten Ergebnissen führt.

„Wir möchten im Stiftswald den Naturschutz und das Nutzholz miteinander verbinden, die Artenvielfalt erhalten und dabei den wichtigen Rohstoff Holz erzeugen“, so Drüke.

Beim Pflanzen der Bäume haben Jugendliche unter der Leitung von Pater Thomas Wunram tatkräftig geholfen. Über diese Hilfsbereitschaft ist Drüke besonders erfreut.

„Dieser Einsatz im Stiftswald zeigt, dass derartige Pflanzaktionen auch junge Leute überzeugt, um eine achtbare Beziehung zur Natur und zur Umwelt zu hegen“, meinte der Förster aus Neuenheerse.

Gegen Wildschäden durch Verbiss wurden besonders gefährdete Baumarten geschützt. „In einiger Zeit werden die jungen Pflanzen hochgewachsen sein, so dass das Wild die Baumspitzen nicht mehr erreicht“, erklärte der passionierte Förster: „Dann können wir uns darüber freuen, dass unsere Bemühungen und der nicht geringe finanzielle Einsatz zum Aufbau von schönen, gesunden und wertvollen Wäldern führen wird“.

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