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Wie Corona unser Leben verändert: Vlothos Kirchenmusik leidet

Schnelltests vor jeder Chorprobe

Vlotho

Die Pandemie hat die Kirchenmusik schwer getroffen. Konzerte wurden vorbereitet und mussten wieder abgesagt werden. Monatelang fielen Chorproben aus. In der Serie „Wie Corona unser Leben verändert“ berichtet die Vlothoer Kantorin Līga Auguste über die besonderen Herausforderungen in dieser Zeit.

Von Jürgen Gebhard

Corona-Schnelltests und ein Jahreskonzert, das wegen der Pandemie zum zweiten Mal abgesagt werden musste: Kantorin Līga Auguste hofft, bald wieder zum Alltag zurückkehren zu können. Foto: Jürgen Gebhard

Seit zwei Jahren hat die Pandemie uns fest im Griff und bestimmt unseren Alltag. In einer Serie berichtet das WESTFALEN-BLATT darüber, wie Corona das Leben in Vlotho verändert hat und wie die Menschen damit umgehen. Ein Besuch bei der Kantorin von St. Stephan Vlotho.

Līga Auguste hat gerade einen Schnelltest gemacht. Die Utensilien dafür räumt sie von ihrem Schreibtisch im alten Pfarrhaus: „Negativ“, sagt die Kantorin, „wenn Du jetzt Corona bekommst, dann sicher nicht von mir.“

Die Kantorin ist besonders vorsichtig und möchte niemanden infizieren, auch nicht den Besucher vom WESTFALEN-BLATT. Sie testet sich täglich. Sie weiß, was Corona ist. Līga Auguste war gerade zwei Wochen mit Omikron in Isolation. Angesteckt habe sie sich bei ihrem Partner. Am 3. Januar fing es mit Schnupfen an, Niesen und trockener Husten begleiteten sie etwa zwei Wochen lang. Die dreifache Impfung habe sie mit Sicherheit vor einem schweren Verlauf geschützt – davon ist sie fest überzeugt.

Geimpft und geboostert

Testen, testen, testen: Das ist die Voraussetzung dafür, dass die Probenarbeit von Kantorei und Gospelchor nicht ganz zum Erliegen gekommen ist. „Wir haben uns mit Schnelltests eingedeckt“, sagt die Kantorin. Wer mitsingt, macht spätestens unmittelbar vor den Proben einen Test – auch wenn die Landeskirche das jetzt gar nicht so streng fordert.

Zur Kantorei gehören aktuell etwa 35 Sängerinnen und Sänger. Zum „harten Kern“ zählen etwa 12. Ähnlich sieht das beim Gospelchor aus – von den 24 Aktiven waren zuletzt noch 8 zum Übungsabend gekommen. Sie alle seien geimpft und geboostert. „Das und die regelmäßigen Tests sind für mich die Voraussetzungen dafür, dass wir gemeinsam singen können.“ Es gebe ein paar Chormitglieder, die im Beruf mit Kindern arbeiten – um andere zu schützen, würden sie den Proben fernbleiben.

Chorproben im Kurpark

Nach dem ersten strengen Lockdown im Frühjahr 2020 waren im Sommer Chorproben im Kurpark möglich. Im September und Oktober trafen sich alle mit großem Abstand im Gemeindesaal – bis erneut ein Lockdown mit Kontaktbeschränkungen kam. Ein ähnliches Auf und Ab brachte auch das Jahr 2021 – Konzerte wurden geplant und mussten wieder abgesagt werden. Bei Konzerten, die stattfinden dürfen, kamen manchmal nur ein paar Zuhörer: Bei der Musik zum Ewigkeitssonntag mit einem Barockensemble aus Köln waren es gerade einmal 21.

Kantorin Līga Auguste

Gottesdienste und Adventskalender mit Wortbeiträgen und mit Musik wurden ins Internet verlegt und sind auf www.evangelisch-in-vlotho.de und auf verschiedenen anderen Plattformen abrufbar. Līga Auguste hat daran unter anderem als Organistin mitgewirkt und sie hat Videos erstellt und professionell bearbeitet.

Kurzfristige Planungen

In den vergangenen beiden Jahren der Pandemie wurden Konzerte abgesagt, verschoben und dann wieder abgesagt. Wie zum Beispiel das Adventskonzert 2020, das auch ein Jahr später wieder nicht stattfinden konnte. Die Planungen sind in der Pandemie sehr kurzfristig geworden. Līga Auguste: „Wir planen immer wieder, aber wir können nicht darauf vertrauen, dass es auch stattfindet.“

Wenn Sie erzählen möchten, wie die Pandemie in den vergangenen zwei Jahren Ihr Leben verändert hat, dann rufen Sie uns an: Telefon 05733/912213, 05733/912220 oder schicken eine E-Mail

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