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Trend setzt sich fort: Immer mehr Menschen heben schon vor der Bundestagswahl ihre Stimme ab

Schon fast 73.000 Briefwahlanträge im Paderborner Wahlkreis

Paderborn

Am Sonntag, 26. September, wählen die Bürger in Deutschland den 20. Deutschen Bundestag. Im Kreis Paderborn hat sich der Trend zur Briefwahl weiter verstärkt: Im Wahlkreis 137 Paderborn haben bereits 72.959 Wahlberechtigte (31,41 Prozent) Briefwahlunterlagen beantragt.

Schon zuletzt bei der Kommunalwahl 2020 zeichnete sich ein deutlicher Trend zur Briefwahl ab. Ausgezählt wurden die Stimmen coronakonform in der Paderborner Maspernhalle. Für diese Wahl sind die Hallen des Schützenhofes reserviert. Foto: Jörn Hannemann

Diese Zahl, die der Kreis Paderborn am Mittwoch mitteilte, beruht allerdings auf Daten von voriger Woche. Der tatsächliche Stand an Briefwahlanträgen dürfte mittlerweile also schon höher liegen. Bei der Bundestagswahl 2017 betrug der Anteil der Briefwähler übrigens 28,6 Prozent, 2013 waren es 24,5 Prozent.

Im Wahlkreis sind 232.265 wahlberechtigte Bürger dazu aufgerufen, ihre zwei Kreuze zu setzen. Gewählt werden Person und Partei, der Wähler trifft also zwei Entscheidungen.

Erst- und Zweitstimme

Mit der Erststimme entscheidet der Wähler sich für einen Kandidaten seines Wahlkreises. Also nicht etwa für die künftige Bundeskanzlerin oder den künftigen Bundeskanzler. Am 26. September stellen sich im Wahlkreis 137 Paderborn folgende neun Bewerber zur Wahl: Dr. Carsten Linnemann (CDU), Burkhard Blienert (SPD), Roze Özmen (FDP), Günter Koch (AfD), Jörg Schlüter (Bündnis 90/Die Grünen), Martina Schu (Die Linke), Rosanna Martens (Die Partei), Günter Arlt (Freie Wähler) und Anna Hilde Löper (Die Basis). Auf dem Stimmzettel sind diese Kandidaten links aufgeführt, in schwarzer Schrift.

Mindestens 598 Politiker werden in den Bundestag gewählt. Die Hälfte der Abgeordneten zieht über direkte Wahl, also über die Erststimmen in den Bundestag ein. Die andere Hälfte der Mandate wird nach dem Verhältniswahlrecht verteilt. Hierbei werden die Sitze entsprechend des Anteils der Stimmen vergeben, welche die in Landeslisten kandidierenden Parteien über die Zweitstimmen gewinnen. Der Wähler entscheidet somit mit seinem zweiten Kreuz auf der rechten, blau gedruckten Hälfte des Stimmzettels, wie sich die zu vergebenden Sitze auf die einzelnen Parteien aufteilen. Jeder Wähler trifft somit zwei Entscheidungen. Deshalb braucht er seine Erststimme sowie Zweitstimme auch nicht ein und derselben Partei geben. Er kann sich auch darauf beschränken, nur eine Entscheidung zu treffen, also entweder links oder rechts ein Kreuz zu setzen.

Briefwahl

Wer am Wahlsonntag keine Zeit hat, kann immer noch per Briefwahl seine Kreuze setzen. Die Briefwahlunterlagen können auch ganz einfach per E-Mail angefordert werden: Sämtliche Stadt- und Gemeindeverwaltungen im Wahlkreis bieten auf ihrer jeweiligen Homepage oder mittels QR-Code auf der Wahlbenachrichtigung eine spezielle Eingabemaske an. Genau die sollte auch verwendet werden, also nicht formlos einfach eine E-Mail an die zuständige Gemeindebehörde schicken.

Wer per Briefwahl wählen möchte, sollte sich jetzt beeilen und die Unterlagen schnellstmöglich in die Post geben. Wahlbriefe, die zu spät eingehen, können bei der Wahl nicht mehr berücksichtigt werden. Wer seinen Wahlbrief am Samstag noch zu Hause liegen hat, sollte diesen besser direkt bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung abgeben. Dies ist bis spätestens 18 Uhr am Wahltag möglich.

Erkrankung am Wahltag

Wer am Wahltag plötzlich erkrankt, ist dennoch nicht von der Wahl ausgeschlossen. Die Briefwahlunterlagen können in diesem Fall noch am Wahltag bis 15 Uhr bei der jeweiligen Stadt- oder Gemeindeverwaltung abgeholt werden. Dazu ist der abholenden Person neben dem Wahlscheinantrag eine schriftliche Vollmacht mitzugeben, aus der hervorgeht, dass diese berechtigt ist, für den Erkrankten die Wahlunterlagen abzuholen. Nach der Stimmabgabe kann der Wahlbrief durch eine Person des Vertrauens bis 18 Uhr zurück zur Gemeindeverwaltung gebracht werden.

Wahlhelfer

Mehr als 2000 ehrenamtliche Wahlhelfer in 180 Urnen- und 91 Briefwahlbezirken sind im Wahlkreis 137 am Tag der Bundestagswahl im Einsatz. Der jeweilige Wahlvorstand besteht aus dem Wahlvorsteher und seinem Stellvertreter sowie drei bis sieben Beisitzern. Die Wahlhelfer erhalten für ihre ehrenamtliche Tätigkeit eine von Kommune zu Kommune unterschiedlich hohe Aufwandsentschädigung, das so genannte Erfrischungsgeld.

Wahlhilfe für Blinde und Sehbehinderte

Die Blinden- und Sehbehindertenvereine NRW stellen auch zur Wahl des Bundestages den blinden- und sehbehinderten Wahlberechtigten Wahlhilfepakete zur Verfügung. An jedem Stimmzettel wurde die rechte obere Ecke abgetrennt, damit der Stimmzettel selbstständig korrekt einlegt werden kann.

Die Mitglieder der örtlichen Bezirksgruppen und der Blinden- und Sehbehindertenvereine in NRW erhalten ihre Wahlhilfen automatisch. Blinde und sehbehinderte Wahlberechtigte, die nicht in diesen Vereinen organisiert sind, können sie telefonisch auch über die bundesweite Hotline unter 01805/666456 (0,14 €/Min aus dem Festnetz) oder bei der Landesgeschäftsstelle Dortmund (0231/5575900) anfordern. Die Stimmzettelinhalte wird es in Nordrhein-Westfalen erstmals bei einer Bundestagswahl auch als Telefonansage geben. Unter der Rufnummer 0800/00096710 werden nach Eingabe der Wahlkreisnummer (für den Kreis Paderborn ist das 137) die Einträge des Stimmzettels vorgelesen.

Wahlergebnisse live im Internet

Sämtliche Ergebnisse, das heißt für einzelne Wahlbezirke, Ortsteile, Gemeinden bis zum Kreis und Wahlkreis, werden am Wahlsonntag unter www.kreis-paderborn.de veröffentlicht. Sobald am Wahlabend die entsprechenden Schnellmeldungen von der zuständigen Gemeinde erfasst sind, werden diese unter www.kreis-paderborn.de veröffentlicht. Die Wahlergebnisse können somit live verfolgt werden. Am Freitag, 24. September, ist ein Button direkt auf der Startseite zu finden. Klickt man diesen an, gelangt man direkt zu den Ergebnissen.

Über alle weiteren Nachrichten rund um die aktuelle Wahl informieren wir auf der Sonderseite zur Bundestagswahl 2021 auf westfalen-blatt.de: www.westfalen-blatt.de/bundestagswahl-2021

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